Riester-Rente: Lohnt sich das noch?
Allgemeine Information — keine individuelle Beratung, keine Gewähr.
Auf einen Blick: Riester lohnt sich vor allem für Familien mit Kindern (Förderquoten von 50–89 %) und für Geringverdiener, die mit nur 60 Euro Jahresbeitrag die volle Zulage erhalten. Gutverdiener ohne Kinder und Selbständige ohne Pflichtversicherung profitieren meist stärker von ETF-Policen oder Rürup. Die Kostenunterschiede zwischen Anbietern betragen über die Laufzeit bis zu 15.000 Euro.
Riester in der Kritik — aber nicht für alle schlecht
Kaum ein Vorsorgeprodukt wird so kontrovers diskutiert wie die Riester-Rente. Hohe Kosten, niedrige Renditen, komplizierte Zulagenbeantragung — die Kritik ist berechtigt. Dennoch gibt es Personengruppen, für die sich Riester dank staatlicher Förderung rechnet. Die entscheidende Frage ist: Gehören Sie dazu?
Wie die Riester-Förderung funktioniert
Grundzulage und Kinderzulage
Der Staat zahlt jährlich bis zu 175 Euro Grundzulage pro Person. Für jedes kindergeldberechtigte Kind kommen 185 Euro (Geburt vor 2008) oder 300 Euro (Geburt ab 2008) hinzu. Um die volle Zulage zu erhalten, müssen Sie mindestens 4 % Ihres rentenversicherungspflichtigen Vorjahresbruttos einzahlen — abzüglich der Zulagen.
Beispiel: Eine Mutter mit zwei Kindern (geboren 2015 und 2018) erhält 175 Euro Grundzulage plus 600 Euro Kinderzulagen = 775 Euro pro Jahr. Bei einem Bruttoeinkommen von 35.000 Euro muss sie selbst nur 4 % × 35.000 − 775 = 625 Euro einzahlen (ca. 52 Euro/Monat), um die volle Förderung zu bekommen.
Steuerliche Förderung
Riester-Beiträge können als Sonderausgaben abgesetzt werden (max. 2.100 Euro inkl. Zulagen). Das Finanzamt prüft automatisch per Günstigerprüfung, ob der Sonderausgabenabzug oder die Zulagenförderung vorteilhafter ist. Besserverdienende ohne Kinder profitieren oft stärker vom Steuereffekt als von den Zulagen.
Für wen sich Riester lohnt
Familien mit Kindern
Der größte Hebel sind die Kinderzulagen. Bei zwei oder drei Kindern fließen jährlich 600 bis 900 Euro an staatlicher Förderung — zusätzlich zum eigenen Beitrag. Die Förderquote kann 50 % und mehr erreichen.
Geringverdiener
Wer wenig verdient, muss nur den Sockelbeitrag von 60 Euro pro Jahr einzahlen und erhält trotzdem die volle Grundzulage von 175 Euro. Zudem wird die Riester-Rente nicht auf die Grundsicherung angerechnet (Freibetrag nach § 82 SGB XII).
Beamte und Pflichtversicherte
Beamte sind unmittelbar zulagenberechtigt und können durch den Sonderausgabenabzug die Steuerlast senken — bei vergleichsweise geringem Eigenbeitrag.
Für wen sich Riester nicht lohnt
Selbständige (nicht pflichtversichert)
Selbständige sind in der Regel nicht unmittelbar zulagenberechtigt, es sei denn, der Ehepartner ist es und sie riestern als mittelbar Berechtigte. Besser: Rürup-Rente oder private Vorsorge.
Gutverdiener ohne Kinder
Ohne Kinderzulagen und bei hohem Einkommen ist die Förderquote gering. Die Kosten vieler Riester-Produkte fressen den Steuervorteil teilweise auf. Hier sind ETF-Policen oder ungeförderte Anlageformen oft effizienter.
Personen mit kurzer Ansparphase
Wer erst wenige Jahre vor der Rente mit Riester beginnt, hat kaum Zeit, Zulagen und Zinseszins aufzubauen. Die Abschluss- und Verwaltungskosten fallen dann stärker ins Gewicht.
Produktarten: Klassisch, fondsgebunden oder Fondssparplan?
Klassische Riester-Rentenversicherung
- Garantiezins (aktuell 1,0 % auf den Sparanteil nach Kosten)
- Niedrige, aber planbare Rente
- Hohe Kostenquoten (oft 1,5–2,5 % der Beiträge als Abschlusskosten)
Fondsgebundene Riester-Rentenversicherung
- Höhere Renditechancen durch Fonds
- Beitragsgarantie zum Rentenbeginn (gesetzlich vorgeschrieben)
- Kosten oft ähnlich hoch wie bei klassischer Variante
Riester-Fondssparplan
- Günstigste Variante (oft unter 1 % Kosten p. a.)
- Höchste Renditechancen — aber auch höhere Schwankungen
- Anbieter sind rar geworden (viele haben den Markt verlassen)
Kostenvergleich: Was Riester-Produkte wirklich kosten
Die Kosten entscheiden maßgeblich darüber, wie viel von Ihrer Einzahlung tatsächlich in die Altersvorsorge fließt. Die Unterschiede zwischen den Produktarten sind erheblich:
| Kostenfaktor | Klassische Riester-RV | Fondsgebundene Riester-RV | Riester-Fondssparplan |
|---|---|---|---|
| Abschlusskosten (einmalig, verteilt auf 5 Jahre) | 2,5 % der Beitragssumme | 2,5 % der Beitragssumme | keine oder sehr gering |
| Verwaltungskosten p. a. | 1,5–3,0 % der Beiträge | 1,5–3,0 % der Beiträge | 0,5–1,0 % des Guthabens |
| Fondskosten (TER) p. a. | keine (Deckungsstock) | 0,5–1,8 % | 0,2–0,8 % |
| Effektivkosten p. a. laut BaFin-Vorgabe | 1,5–2,5 % | 1,8–3,0 % | 0,8–1,5 % |
| Kosten auf 30 Jahre bei 100 €/Monat Eigenbeitrag | 8.000–14.000 € | 10.000–18.000 € | 4.000–8.000 € |
Praxistipp: Seit 2017 müssen Riester-Anbieter die sogenannten Effektivkosten nach einer einheitlichen BaFin-Methode ausweisen. Vergleichen Sie diese Kennzahl direkt — sie fasst alle Kostenbestandteile in einer einzigen Prozentzahl zusammen. Je niedriger, desto besser.
Ein Kostenunterschied von nur einem Prozentpunkt pro Jahr klingt gering, summiert sich über 30 Jahre Ansparphase aber auf mehrere tausend Euro. Bei einem monatlichen Eigenbeitrag von 100 Euro und einer angenommenen Brutto-Rendite von 5 % ergibt sich über 30 Jahre ein Endkapital von rund 83.000 Euro bei 1 % Kosten — aber nur noch rund 66.000 Euro bei 2,5 % Kosten. Das sind 17.000 Euro Unterschied, allein durch die Kostenhöhe.
Rechenbeispiele aus der Praxis
Beispiel 1: Junge Familie — der Zulagen-Booster
Situation: Sarah (32), angestellt, Bruttoeinkommen 38.000 Euro/Jahr, verheiratet, drei Kinder (geboren 2018, 2020, 2023).
- Volle Kinderzulagen: 3 × 300 Euro = 900 Euro/Jahr
- Grundzulage: 175 Euro/Jahr
- Gesamtförderung: 1.075 Euro/Jahr
- Mindesteigenbeitrag: 4 % × 38.000 − 1.075 = 445 Euro/Jahr ≈ 37 Euro/Monat
- Förderquote: 71 % (von 1.520 Euro Gesamtbeitrag sind 1.075 Euro staatliche Zulagen)
Über 35 Jahre bis zur Rente fließen allein 37.625 Euro an Zulagen in den Vertrag — zusätzlich zu Sarahs Eigenbeiträgen von 15.575 Euro. Bei einer angenommenen Rendite von 3 % nach Kosten ergibt sich ein Vertragsguthaben von rund 95.000 Euro. Sarahs eigener Einsatz: nur 15.575 Euro.
Beispiel 2: Gutverdiener ohne Kinder — Steuervorteil nutzen
Situation: Martin (40), ledig, keine Kinder, Bruttoeinkommen 72.000 Euro/Jahr, Grenzsteuersatz 42 %.
- Grundzulage: 175 Euro/Jahr
- Eigenbeitrag für volle Förderung: 4 % × 72.000 − 175 = 2.705 Euro/Jahr → gedeckelt auf 2.100 Euro inkl. Zulage → Eigenbeitrag: 1.925 Euro/Jahr
- Sonderausgabenabzug: 2.100 Euro × 42 % = 882 Euro Steuererstattung
- Abzüglich Zulage (wird gegengerechnet): 882 − 175 = 707 Euro tatsächlicher Steuervorteil
- Effektive Förderquote: (175 + 707) / 1.925 = 46 %
Das klingt ordentlich — aber Achtung: In der Auszahlungsphase muss Martin die gesamte Rente voll versteuern. Bei einem Grenzsteuersatz von beispielsweise 30 % im Ruhestand relativiert sich der Vorteil. Ein kostengünstiger ETF-Sparplan im Versicherungsmantel (ETF-Police) bietet bei langer Laufzeit oft eine höhere Netto-Rendite, weil die Besteuerung durch das Halbeinkünfteverfahren günstiger ausfällt.
Beispiel 3: Geringverdienerin — maximale Förderung bei Minimaleinsatz
Situation: Petra (45), Teilzeitkraft, Bruttoeinkommen 14.000 Euro/Jahr, ein Kind (geboren 2010).
- Mindesteigenbeitrag: nur 60 Euro/Jahr (Sockelbeitrag)
- Grundzulage: 175 Euro/Jahr
- Kinderzulage: 300 Euro/Jahr
- Gesamtförderung: 475 Euro/Jahr bei nur 60 Euro Eigenbeitrag
- Förderquote: 89 %
- Zusätzlich: Die Riester-Rente wird nicht auf die Grundsicherung im Alter angerechnet (Freibetrag bis 251,75 Euro/Monat)
Für Petra ist Riester nahezu konkurrenzlos: Sie investiert 5 Euro pro Monat und erhält fast 500 Euro jährlich vom Staat dazu. Über 22 Jahre bis zur Rente summieren sich allein die Zulagen auf 10.450 Euro.
Beispiel 4: Berufseinsteiger — der Faktor Zeit
Situation: Jonas (25), Berufseinsteiger, Bruttoeinkommen 32.000 Euro/Jahr, ledig, keine Kinder.
- Eigenbeitrag: 4 % × 32.000 − 175 = 1.105 Euro/Jahr ≈ 92 Euro/Monat
- Grundzulage: 175 Euro/Jahr
- Sonderausgabenabzug: 1.280 Euro × 35 % = 448 Euro Steuererstattung
- Abzüglich Zulage: 448 − 175 = 273 Euro tatsächlicher Steuervorteil
- Förderquote: ca. 41 %
Jonas hat 42 Jahre bis zur Rente — der Zinseszinseffekt arbeitet stark für ihn. Allerdings: Ohne Kinder ist die Förderquote moderat. Jonas sollte prüfen, ob ein Riester-Fondssparplan mit niedrigen Kosten oder alternativ eine ETF-Police die bessere Wahl ist. Entscheidend: Er sollte den Riester-Vertrag als Teil einer Gesamtstrategie sehen, nicht als einzige Säule.
Riester ehrlich prüfen lassen
Ob Riester für Sie sinnvoll ist, hängt von Ihrer Familiensituation, Ihrem Einkommen und Ihrem Alter ab. Als Ihr Versicherungsmakler prüfe ich Ihren bestehenden Riester-Vertrag — oder empfehle eine Alternative, wenn sie besser passt. Ohne Verkaufsdruck, ohne Provision auf ein bestimmtes Produkt.
Häufige Fehler bei Riester
- Zulagenantrag vergessen: Die Zulagen fließen nicht automatisch. Stellen Sie einen Dauerzulagenantrag beim Anbieter. Dieser gilt unbefristet, solange sich Ihre persönlichen Verhältnisse nicht ändern. Ohne Antrag verfällt die Zulage — und das betrifft laut Bundesfinanzministerium rund ein Drittel aller Riester-Sparer
- Beitrag nicht angepasst: Nach Gehaltserhöhungen müssen Sie den Eigenbeitrag erhöhen, um weiterhin die volle Zulage zu erhalten. Prüfen Sie jährlich, ob 4 % Ihres Vorjahresbruttos abzüglich der Zulagen noch mit Ihrem aktuellen Beitrag übereinstimmen. Andernfalls wird die Zulage anteilig gekürzt
- Förderung nicht geprüft: Manche zahlen den Höchstbeitrag von 2.100 Euro, obwohl die Zulagen bereits den Mindesteigenbeitrag abdecken. Das überschüssige Geld wäre in einem flexibleren Produkt besser angelegt
- Teures Produkt gewählt: Die Kostenunterschiede zwischen Anbietern sind enorm — zwischen dem teuersten und dem günstigsten Riester-Produkt können über die Laufzeit 15.000 Euro und mehr Unterschied liegen. Ein Anbieterwechsel ist jederzeit möglich und oft sinnvoll
- Förderschädliche Kündigung: Wer den Riester-Vertrag vor Rentenbeginn kündigt, muss sämtliche Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen. Das kann einen Verlust von mehreren tausend Euro bedeuten. Besser: Den Vertrag beitragsfrei stellen oder auf einen günstigeren Anbieter übertragen
Alternativen zur Riester-Rente im Vergleich
| Kriterium | Riester-Rente | Rürup-Rente (Basisrente) | ETF-Police (ungefördert) | Betriebliche Altersversorgung |
|---|---|---|---|---|
| Zielgruppe | Angestellte, Beamte, Familien | Selbständige, Gutverdiener | Alle | Arbeitnehmer |
| Förderung | Zulagen + Steuer | Nur Steuer (bis 30.826 €/Jahr absetzbar) | Keine direkte Förderung | Steuer- und SV-frei bis 338 €/Monat |
| Flexibilität | Gering (Auszahlung frühestens ab 62) | Sehr gering (keine Kapitalauszahlung) | Hoch (Teilentnahmen möglich) | Mittel (an Arbeitgeber gebunden) |
| Vererbbarkeit | Eingeschränkt (nur an Ehepartner riester-konform) | Nicht vererbbar | Voll vererbbar | Eingeschränkt (Hinterbliebenenversorgung) |
| Besteuerung Auszahlung | Volle Besteuerung | Volle Besteuerung | Halbeinkünfteverfahren (ab 62 J., mind. 12 J. Laufzeit) | Volle Besteuerung + KV/PV-Beiträge |
| Kosten typisch | 1,5–3,0 % p. a. | 1,0–2,5 % p. a. | 0,5–1,5 % p. a. | 0,5–2,0 % p. a. |
Wichtig: Die Alternativen schließen sich nicht gegenseitig aus. In vielen Fällen ist eine Kombination aus zwei oder drei Bausteinen die beste Strategie. Wer beispielsweise Riester für die Zulagen nutzt und parallel eine ETF-Police für die Flexibilität bespart, schöpft die jeweiligen Vorteile optimal aus.
Checkliste: Ist Riester für Sie sinnvoll?
Gehen Sie die folgenden Punkte durch. Je mehr Aussagen auf Sie zutreffen, desto eher lohnt sich ein Riester-Vertrag:
- Sie sind rentenversicherungspflichtig beschäftigt oder verbeamtet
- Sie haben Kinder, für die Sie Kindergeld erhalten
- Ihr Bruttoeinkommen liegt unter 50.000 Euro/Jahr (hohe Förderquote)
- Sie haben mindestens 15 Jahre bis zum Rentenbeginn
- Sie sind bereit, den Vertrag bis zur Rente durchzuhalten (keine vorzeitige Kündigung)
- Sie haben den Dauerzulagenantrag gestellt oder planen das sofort
- Sie haben einen kostengünstigen Anbieter gewählt (Effektivkosten unter 1,5 % p. a.)
- Sie betrachten Riester als einen Baustein Ihrer Altersvorsorge, nicht als einzige Lösung
Ergebnis: Treffen sechs oder mehr Punkte zu, ist Riester mit hoher Wahrscheinlichkeit sinnvoll. Bei weniger als vier Punkten sollten Sie vorrangig Alternativen prüfen.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich meinen Riester-Vertrag wechseln, ohne die Förderung zu verlieren?
Ja, ein Anbieterwechsel ist jederzeit möglich und förderunschädlich. Das bestehende Guthaben wird auf den neuen Vertrag übertragen. Der alte Anbieter darf maximal 150 Euro für die Übertragung berechnen. Prüfen Sie vor dem Wechsel, ob der neue Vertrag niedrigere Effektivkosten hat und ob eventuelle Abschlusskosten beim alten Anbieter bereits vollständig getilgt sind.
Was passiert mit meinem Riester-Vertrag bei Scheidung?
Bei einer Scheidung unterliegt das Riester-Guthaben dem Versorgungsausgleich. Das bedeutet: Das während der Ehe angesparte Guthaben wird hälftig aufgeteilt. Der ausgleichsberechtigte Partner erhält einen eigenen Riester-Vertrag. Die bereits erhaltenen Zulagen bleiben im jeweiligen Vertrag, es kommt nicht zu einer Rückforderung. Allerdings ändern sich nach der Scheidung möglicherweise die Zulagenberechtigungen (z. B. Wegfall der mittelbaren Berechtigung).
Lohnt sich Riester noch angesichts der geplanten Reform?
Die Bundesregierung diskutiert seit Jahren eine Reform der geförderten Altersvorsorge. Im Gespräch sind ein vereinfachtes Zulagenverfahren, ein öffentlich verwalteter Fonds mit niedrigen Kosten und die Abschaffung der Beitragsgarantie. Bis eine Reform in Kraft tritt, gelten die bestehenden Regeln. Bestehende Riester-Verträge genießen Bestandsschutz. Wenn Sie heute zur Zielgruppe gehören (Familien, Geringverdiener), sollten Sie die aktuelle Förderung mitnehmen — eine Reform kann Jahre dauern und die Konditionen können sich auch verschlechtern.
Wird die Riester-Rente auf die Grundsicherung angerechnet?
Nein, seit 2018 gibt es einen Freibetrag für Riester-Renten bei der Grundsicherung im Alter. Aktuell bleiben bis zu 251,75 Euro monatlich anrechnungsfrei (100 Euro Sockelbetrag plus 30 % des darüber liegenden Betrags). Das macht Riester gerade für Geringverdiener attraktiv, die befürchten, im Alter auf Grundsicherung angewiesen zu sein.
Kann ich Riester-Guthaben für Wohneigentum nutzen?
Ja, über das sogenannte Wohn-Riester können Sie Ihr angespartes Guthaben förderunschädlich für den Kauf oder Bau einer selbstgenutzten Immobilie entnehmen. Auch die Tilgung eines Immobiliendarlehens kann als Riester-Beitrag anerkannt werden. Beachten Sie: Die entnommenen Beträge werden auf einem fiktiven Wohnförderkonto verbucht und müssen im Alter nachversteuert werden — verteilt über den Zeitraum bis zum 85. Lebensjahr oder als Einmalbesteuerung mit 30 % Rabatt.
Quellen
- § 10a EStG — Sonderausgabenabzug für Altersvorsorgebeiträge — Höchstbetrag 2.100 Euro, Günstigerprüfung
- § 79 EStG — Anspruch auf Altersvorsorgezulage, Mindesteigenbeitrag 60 Euro
- § 82 SGB XII — Einkommensbegriff in der Sozialhilfe, Freibeträge für zusätzliche Altersvorsorge
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