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Versicherungs-Glossar

Über 144 Fachbegriffe verständlich erklärt — von Allgefahrendeckung bis ZÜRS-Zone.

A

Ablaufleistung
Der Betrag, der am Ende der Vertragslaufzeit einer Lebens- oder Rentenversicherung ausgezahlt wird — inklusive Überschussbeteiligung.
Allgefahrendeckung
Versicherungsschutz gegen alle Gefahren, die nicht ausdrücklich ausgeschlossen sind. Üblich bei Elektronik- und Maschinenversicherungen.
Altersrückstellungen
In der PKV angesparte Gelder, die Beitragssteigerungen im Alter abfedern. Werden bei Tarifwechsel innerhalb derselben Gesellschaft mitgenommen (§ 204 VVG).
Anwartschaft
Vereinbarung mit einem PKV-Versicherer, die das Recht auf Rückkehr ohne erneute Gesundheitsprüfung sichert — wichtig bei Auslandsaufenthalten.
Anzeigepflicht
Pflicht des Versicherungsnehmers, bei Vertragsabschluss und während der Laufzeit relevante Tatsachen wahrheitsgemäß mitzuteilen. Verletzungen können zur Leistungsverweigerung führen.
Arbeitsunfähigkeit (AU)
Medizinisch festgestellte Unfähigkeit, die aktuelle berufliche Tätigkeit auszuüben. Vorübergehend — im Gegensatz zur dauerhaften Berufsunfähigkeit.
Aufklärungspflicht
Pflicht des Arztes, Patienten vor einer Behandlung über Risiken aufzuklären. Versäumnisse führen zur Haftung auch bei korrekter Behandlung.
Ausschlüsse
In den Versicherungsbedingungen aufgeführte Risiken oder Ereignisse, für die der Versicherer nicht leistet. Typische Ausschlüsse: Vorsatz, Krieg, Kernenergie, bekannte Vorschäden.
Außenversicherung
Schutz der Hausratversicherung für Gegenstände, die sich vorübergehend außerhalb der Wohnung befinden (z. B. im Hotel, bei Umzug).

B

Basisrente
Siehe Rürup-Rente. Steuerlich geförderte Altersvorsorge der Schicht 1, besonders für Selbständige und Gutverdiener.
Beitragsbefreiung
Verzicht des Versicherers auf Beitragszahlung bei Eintreten bestimmter Ereignisse (z. B. Berufsunfähigkeit). Die Versicherung läuft beitragsfrei weiter.
Beitragsfreistellung
Vorübergehende oder dauerhafte Einstellung der Beitragszahlung bei einer Lebens- oder Rentenversicherung. Die Leistung reduziert sich entsprechend.
Beitragsrückerstattung
Rückzahlung eines Teils der Prämie, wenn im Versicherungsjahr kein Schaden gemeldet wurde. Üblich in der PKV und bei einigen Kfz-Tarifen.
Bonusheft
Zahnärztliches Heft, in dem regelmäßige Kontrollbesuche dokumentiert werden. Lückenlose Führung über 5 bzw. 10 Jahre erhöht den GKV-Festzuschuss für Zahnersatz um 20 bzw. 30 Prozent.
Bauherrenhaftpflicht
Versicherung, die den Bauherrn während der Bauphase vor Haftungsansprüchen Dritter schützt — z. B. wenn ein Passant auf der Baustelle stürzt.
Bauleistungsversicherung
Schützt das Bauwerk während der Errichtung vor unvorhergesehenen Schäden wie Sturm, Vandalismus oder Konstruktionsfehlern.
Beitrag
Der regelmäßige Geldbetrag, den Sie an den Versicherer zahlen — auch Prämie genannt. Kann monatlich, vierteljährlich oder jährlich fällig sein.
Beitragsbemessungsgrenze (BBG)
Einkommensgrenze, bis zu der Sozialversicherungsbeiträge berechnet werden. 2026: 5.812,50 Euro/Monat (GKV), 8.450 Euro/Monat (RV West).
Berufshaftpflicht
Versicherung für Freiberufler und Dienstleister, die Vermögensschäden durch berufliche Fehler abdeckt. Für viele Berufe gesetzlich vorgeschrieben.
Berufsunfähigkeit
Dauerhaftes Unvermögen, den zuletzt ausgeübten Beruf zu mindestens 50 % auszuüben. Auslöser für Leistungen der BU-Versicherung.
Betriebliche Altersversorgung (bAV)
Vom Arbeitgeber organisierte Altersvorsorge. Arbeitnehmer haben Anspruch auf Entgeltumwandlung (§ 1a BetrAVG). Arbeitgeber müssen mindestens 15 % zuschießen.
Betriebsunterbrechung
Versicherung, die entgangenen Gewinn und Fixkosten ersetzt, wenn der Betrieb durch einen versicherten Schaden stillsteht.

C

Claims-made-Prinzip
Versicherungsschutz greift, wenn der Anspruch während der Vertragslaufzeit erhoben wird — unabhängig davon, wann der Schaden verursacht wurde. Üblich bei D&O und Berufshaftpflicht.
CMR-Konvention
Internationales Übereinkommen über den Beförderungsvertrag im grenzüberschreitenden Straßengüterverkehr. Regelt die Haftung des Frachtführers.
Courtage
Vergütung, die ein Versicherungsmakler vom Versicherer erhält. Für den Kunden entstehen keine zusätzlichen Kosten — die Courtage ist im Beitrag enthalten.
Cyber-Versicherung
Versicherung gegen Schäden durch Hackerangriffe, Datenverlust, Erpressungstrojaner und IT-Ausfälle. Deckt Eigen- und Drittschäden sowie Krisenmanagement.

D

D&O-Versicherung
Directors-and-Officers-Versicherung: Schützt Geschäftsführer und Vorstände vor persönlicher Haftung bei Pflichtverletzungen.
Deckungssumme
Der maximale Betrag, den die Versicherung im Schadenfall pro Ereignis oder Jahr leistet. Sollte immer am maximalen Schadenpotenzial orientiert sein.
Deliktunfähigkeit
Kinder unter 7 Jahren (im Verkehr unter 10) sind deliktunfähig — sie haften nicht selbst. Viele Haftpflichtpolicen schließen Schäden deliktunfähiger Kinder dennoch ein.
Direktversicherung
Häufigste Form der betrieblichen Altersversorgung: Der Arbeitgeber schließt eine Lebensversicherung zugunsten des Arbeitnehmers ab.
Doppelversicherung
Zwei oder mehr Versicherungen decken dasselbe Risiko ab. Führt nicht zu doppelter Erstattung — die Versicherer teilen sich die Leistung.
DSGVO
Datenschutz-Grundverordnung der EU. Regelt den Schutz personenbezogener Daten. Verstöße können Bußgelder bis 20 Mio. Euro oder 4 % des Jahresumsatzes auslösen.
Dynamik
Automatische jährliche Erhöhung von Beitrag und Leistung, um die Inflation auszugleichen. Kann in der Regel jährlich widersprochen werden.

E

Elementarschutz
Zusatzbaustein zur Gebäude- oder Hausratversicherung, der Schäden durch Naturgefahren wie Überschwemmung, Starkregen, Erdbeben und Erdrutsch abdeckt. Nicht automatisch enthalten.
Elementarschaden
Schaden durch Naturereignisse wie Überschwemmung, Starkregen, Erdbeben, Erdrutsch oder Schneedruck. Nicht in der Standard-Gebäudeversicherung enthalten.
Entgeltumwandlung
Teile des Bruttogehalts werden in Beiträge zur betrieblichen Altersversorgung umgewandelt — steuer- und sozialabgabenfrei bis 338 Euro/Monat (2026).
Ertragsanteilbesteuerung
Nur der Ertragsanteil einer privaten Rentenversicherung wird besteuert — nicht die gesamte Rente. Der Anteil hängt vom Renteneintrittsalter ab.
Entgangener Gewinn
Der Gewinn, der während einer Betriebsunterbrechung nicht erzielt wird. Kernleistung der Betriebsunterbrechungsversicherung neben der Erstattung fortlaufender Fixkosten.
Erstinformation
Pflichtdokument nach § 15 VersVermV, das vor der Beratung über Status, Vergütung und Beschwerdemöglichkeiten des Maklers informiert.
Erwerbsminderungsrente
Gesetzliche Rente bei dauerhafter gesundheitlicher Einschränkung. Setzt mindestens 5 Jahre Pflichtbeiträge und 36 Monate in den letzten 5 Jahren voraus.

F

Familienversicherung
Beitragsfreie Mitversicherung von Ehepartnern und Kindern in der GKV — bis 25 Jahre (Kinder) und bei Einkommen unter der Geringfügigkeitsgrenze.
Feuerstättenschau
Pflichtinspektion von Heizungsanlagen durch den Schornsteinfeger. Mängel können im Schadenfall zu Leistungskürzungen bei der Gebäudeversicherung führen.
Festzuschuss
Pauschaler Kostenanteil der GKV bei Zahnersatz. Richtet sich nach dem Befund, nicht nach der gewählten Versorgung — die Differenz zu hochwertigen Lösungen tragen Sie selbst oder Ihre Zahnzusatzversicherung.
Forderungsausfalldeckung
Baustein der Privathaftpflicht: Ihre Versicherung zahlt, wenn Ihnen jemand einen Schaden zufügt, der selbst nicht versichert ist und nicht zahlen kann.
Freistellungsbescheinigung
Bescheinigung des Finanzamts (§ 48b EStG), die Auftraggeber von der Pflicht befreit, Bauabzugsteuer einzubehalten. Pflichtdokument für Subunternehmer.

G

Gefälligkeitsschaden
Schaden, der beim unentgeltlichen Helfen entsteht (z. B. Umzugshilfe). Nur versichert, wenn der Tarif diesen Baustein einschließt.
Gesamtschuldnerische Haftung
Mehrere Schuldner haften gemeinsam für den gesamten Schaden. Der Geschädigte kann sich aussuchen, wen er in Anspruch nimmt.
Gesundheitsprüfung
Fragen zum Gesundheitszustand bei Vertragsabschluss. Wahrheitsgemäße Beantwortung ist Pflicht — Falschangaben können zur Vertragsanfechtung führen.
Gleitender Neuwert
Berechnungsgrundlage der Wohngebäudeversicherung: Der Wert 1914 wird mit dem aktuellen Baupreisindex multipliziert, um den Wiederbeschaffungswert zu ermitteln.
Grobe Fahrlässigkeit
Die im Verkehr erforderliche Sorgfalt wird in besonders schwerem Maße verletzt. Viele Versicherer verzichten auf die Einrede grober Fahrlässigkeit.
Grundfähigkeitsversicherung
Zahlt eine Rente beim Verlust definierter Grundfähigkeiten wie Sehen, Gehen, Greifen oder Heben. Alternative zur BU bei Vorerkrankungen oder knappem Budget.

H

HIS-Eintrag
Hinweis- und Informationssystem der Versicherungswirtschaft. Speichert Schadenhistorie und Kündigungen — beeinflusst Annahmeentscheidungen und Prämien bei neuen Verträgen.
HACCP
Hazard Analysis and Critical Control Points: Pflichtkonzept für Lebensmittelbetriebe zur Dokumentation der Hygiene. Lücken können im Schadenfall zur Leistungskürzung führen.
Haftpflichtversicherung
Schützt den Versicherungsnehmer vor Schadenersatzansprüchen Dritter. Unterschieden in Privathaftpflicht, Betriebshaftpflicht und Berufshaftpflicht.
Haftzeit
Maximale Dauer, für die eine Betriebsunterbrechungsversicherung leistet. Sollte mindestens 12 Monate betragen.
Halbeinkünfteverfahren
Bei privaten Rentenversicherungen mit Auszahlung nach 12 Jahren Laufzeit und ab Alter 62: Nur die Hälfte der Erträge wird besteuert.

I

Invaliditätsgrad
Prozentuale Einstufung der Beeinträchtigung nach Unfall oder Krankheit. Bestimmt die Leistungshöhe der Unfallversicherung — bei 50 % Invalidität und 225 % Progression erhalten Sie 112,5 % der Grundsumme.
Inhaltsversicherung
Das gewerbliche Pendant zur Hausratversicherung. Versichert Betriebseinrichtung, Maschinen, Waren und Vorräte gegen Feuer, Einbruch, Leitungswasser und Sturm.
Insolvenzverschleppung
Strafbare verspätete Insolvenzanmeldung (§ 15a InsO). Frist: 3 Wochen nach Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung. Geschäftsführer haften persönlich.

J

Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG)
Einkommensgrenze, ab der Angestellte in die PKV wechseln können. 2026: 77.400 Euro brutto/Jahr.

K

Karenzzeit
Wartezeit, bevor eine Leistung ausgezahlt wird. Bei BU oft 6 Monate, bei Krankentagegeld variabel (14–42 Tage sind üblich).
Key-Person-Versicherung
Risikolebensversicherung auf eine Schlüsselperson zugunsten des Unternehmens. Schützt vor finanziellen Folgen beim Ausfall eines Gründers oder Geschäftsführers.
Kinderinvaliditätsversicherung
Zahlt lebenslange Rente bei dauerhafter Invalidität eines Kindes durch Krankheit oder Unfall. Umfassender als die reine Kinderunfallversicherung.
Krankengeld
Leistung der GKV bei längerer Arbeitsunfähigkeit nach Ende der Lohnfortzahlung. Beträgt 70 % des Bruttoeinkommens, maximal 90 % des Nettos, gedeckelt an der Beitragsbemessungsgrenze.
Krankentagegeld
Private Versicherungsleistung, die das Einkommen bei Arbeitsunfähigkeit ergänzt. Besonders wichtig für Selbständige (kein Krankengeld) und Gutverdiener (GKV-Krankengeld gedeckelt).
Kühlgut-Klausel
Baustein der Inhaltsversicherung: Deckt den Verlust verderblicher Waren bei Ausfall der Kühlkette (Stromausfall, defekte Kühlanlage).

L

Leitungswasserschaden
Schaden durch bestimmungswidrig austretendes Wasser aus Rohren, Heizungen oder Geräten. Einer der häufigsten Versicherungsfälle in der Wohngebäude- und Hausratversicherung.
Leistungsfall
Der Eintritt des versicherten Ereignisses, ab dem die Versicherung zahlt. Muss zeitnah beim Versicherer gemeldet werden.
Lohnfortzahlung
Arbeitgeber zahlen im Krankheitsfall 6 Wochen lang das volle Gehalt weiter. Danach greift das Krankengeld der GKV (max. 70 % des Brutto).

M

Mietsachschäden
Schäden an der gemieteten Wohnung (Parkett, Fliesen, Armaturen). Nur versichert, wenn der Haftpflichttarif diesen Baustein einschließt.
Maklervertrag
Vertrag zwischen Kunde und Versicherungsmakler. Der Makler arbeitet im Interesse des Kunden und ist an keinen Versicherer gebunden.
Maschinenbetriebsunterbrechung (MBUV)
Versicherung, die den Ertragsausfall während der Reparaturzeit einer ausgefallenen Maschine abdeckt.

N

Neuwertentschädigung
Der Versicherer erstattet den aktuellen Neupreis eines beschädigten oder gestohlenen Gegenstands — ohne Abzug für Alter oder Abnutzung (kein Zeitwert).
Nettopolice
Versicherungstarif ohne einkalkulierte Abschlusscourtage. Der Makler wird separat vergütet — oft günstiger über die Laufzeit als Bruttotarife.
Nachhaftung
Versicherungsschutz für Schäden, die nach Vertragsende geltend gemacht werden, aber während der Vertragslaufzeit verursacht wurden. Wichtig bei Berufshaftpflicht und D&O.
Nachversicherungsgarantie
Recht, den Versicherungsschutz bei bestimmten Lebensereignissen (Heirat, Kind, Immobilienkauf, Gehaltserhöhung) ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen.

O

Obliegenheiten
Pflichten des Versicherungsnehmers (z. B. Anzeigepflicht, Schadenminderung, Gefahrerhöhung melden). Verstöße können zur Leistungskürzung führen.

P

Pflege-Bahr
Staatlich geförderte Pflegezusatzversicherung mit 5 Euro monatlichem Zuschuss. Keine Gesundheitsprüfung, aber geringe Leistungen und lange Wartezeiten — für die meisten nicht die beste Lösung.
Pflegegrad
Einstufung der Pflegebedürftigkeit in 5 Grade. Je höher der Grad, desto mehr Leistungen zahlt die gesetzliche Pflegeversicherung.
Personenschäden
Schäden an der Gesundheit oder dem Leben von Menschen. In der Haftpflichtversicherung die teuerste Schadenkategorie — Deckungssummen von mindestens 10 Mio. Euro empfohlen.
Pflegetagegeld
Leistung der privaten Pflegezusatzversicherung: fester Tagessatz bei Pflegebedürftigkeit, frei verwendbar — anders als die zweckgebundenen Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung.
Pflegelücke
Differenz zwischen den Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung und den tatsächlichen Pflegekosten. Bei stationärer Pflege oft 2.000–3.000 Euro/Monat.
Police
Siehe Versicherungsschein. Das offizielle Dokument, das Ihren Versicherungsschutz bestätigt.
Prämie
Der Preis für den Versicherungsschutz — auch Beitrag genannt. Kann je nach Tarif, Risiko und Selbstbeteiligung stark variieren.
Produkthaftung
Verschuldensunabhängige Haftung des Herstellers für Schäden durch fehlerhafte Produkte nach dem Produkthaftungsgesetz (ProdHaftG).
Progressive Staffelung
Bei Unfallversicherungen: Die Leistung steigt überproportional zum Invaliditätsgrad. Bei 50 % Invalidität erhalten Sie z. B. 225 % der Grundsumme.
Prognosezeitraum
Zeitraum, für den die Berufsunfähigkeit voraussichtlich bestehen muss, damit die BU-Versicherung leistet. Standard: 6 Monate.
PSVaG
Pensions-Sicherungs-Verein: Sichert Ansprüche aus betrieblicher Altersversorgung bei Insolvenz des Arbeitgebers.

R

Rohertrag
Umsatz minus variable Kosten (Wareneinsatz). Basis für die Versicherungssumme bei der Betriebsunterbrechungsversicherung.
Ransomware
Schadsoftware, die Daten oder IT-Systeme verschlüsselt und Lösegeld für die Freigabe verlangt. Häufigste Angriffsform gegen Unternehmen — Versicherungsfall in Cyber-Policen.
Reputationsschaden
Schaden am guten Ruf eines Unternehmens, z. B. nach einem Datenleck oder Produktrückruf. Viele Cyber- und D&O-Policen decken Kosten für Krisenkommunikation und PR-Maßnahmen.
Regelversorgung
Die medizinisch notwendige Standardversorgung der GKV — z. B. bei Zahnersatz die einfachste funktionale Lösung. Alles darüber hinaus (Keramik, Implantate) zahlen Sie selbst oder Ihre Zusatzversicherung.
Regress
Rückgriff des Versicherers auf den Verursacher nach Schadenregulierung. Der Versicherer zahlt zunächst und fordert das Geld vom Schuldigen zurück.
Rentenfaktor
Gibt an, wie viel monatliche Rente Sie pro 10.000 Euro angespartem Kapital erhalten. Je höher der Rentenfaktor, desto besser das Produkt.
Risikolebensversicherung
Zahlt eine vereinbarte Summe im Todesfall des Versicherten an die Hinterbliebenen. Reine Risikoabsicherung ohne Sparanteil.
Rückkaufswert
Der Betrag, den Sie bei vorzeitiger Kündigung einer Lebens- oder Rentenversicherung erhalten. In den ersten Jahren oft deutlich unter den eingezahlten Beiträgen.
Rückwirkungsschadendeckung
Versicherungsleistung bei Betriebsunterbrechung, wenn nicht Ihr eigenes Unternehmen, sondern ein Zulieferer oder Logistikpartner ausfällt und dadurch Ihr Betrieb stillsteht.
Rückstau
Wasser drückt durch die Kanalisation zurück ins Gebäude — häufigste Ursache für Kellerschäden bei Starkregen. Nur mit Elementarschutz versichert.
Rückwärtsdeckung
Versicherungsschutz für Schäden, die vor Vertragsbeginn eingetreten, aber erst danach entdeckt wurden. Üblich bei Cyber-Versicherungen (meist 12 Monate).
Rürup-Rente
Steuerlich geförderte Altersvorsorge (Basisrente). Beiträge bis 30.826 Euro/Jahr absetzbar (2026). Insolvenzgeschützt, nicht kündbar, nicht vererbbar.
Riester-Rente
Staatlich geförderte Altersvorsorge mit Zulagen (175 Euro Grundzulage + 300 Euro pro Kind) und Steuervorteilen. Vor allem für Angestellte mit Kindern attraktiv.
Run-off-Deckung
Nachhaftungsversicherung nach Büroschließung oder Berufswechsel. Deckt Ansprüche ab, die nach Vertragsende gestellt werden.

S

Sachschäden
Beschädigung oder Zerstörung von Sachen Dritter. In der Haftpflichtversicherung zusammen mit Personenschäden und Vermögensschäden die drei Hauptschadenkategorien.
Sachbezugsfreigrenze
Bis 50 Euro monatlich pro Mitarbeiter sind Sachbezüge (z. B. bKV, Tankgutschein) steuer- und sozialabgabenfrei (§ 8 Abs. 2 EStG).
Schadenfreiheitsklasse (SF)
In der Kfz-Versicherung: Je länger Sie schadensfrei fahren, desto günstiger der Beitrag. SF 0 = Neueinstieg, SF 35 = Höchststufe.
Schadenminderungspflicht
Pflicht des Versicherten, nach Eintritt eines Schadens alles Zumutbare zu tun, um den Schaden gering zu halten.
Selbstbeteiligung
Der Anteil am Schaden, den Sie selbst tragen. Höhere Selbstbeteiligung senkt den Beitrag, erfordert aber finanzielle Rücklagen.
SLA (Service Level Agreement)
Vertragliche Vereinbarung über Verfügbarkeit und Leistungsqualität. SLA-Verletzungen können Vertragsstrafen auslösen — relevant für IT-Berufshaftpflicht.
Sonderziehungsrechte (SZR)
Internationale Rechnungseinheit des IWF. In der Transportversicherung begrenzt die Haftung auf 8,33 SZR pro Kilogramm Frachtgut (ca. 10 Euro/kg).
Schlüsselverlust
Haftungsrisiko beim Verlust von Schlüsseln fremder Schließanlagen (z. B. Mietwohnung, Büro). Viele Haftpflichttarife schließen dieses Risiko ein.
Schwere-Krankheiten-Versicherung (Dread Disease)
Zahlt eine Einmalsumme bei Diagnose bestimmter schwerer Erkrankungen wie Krebs, Herzinfarkt oder Schlaganfall. Keine laufende Rente, sondern sofortige Liquidität.
Strafrechtsschutz
Baustein der Rechtsschutzversicherung, der Verteidigungskosten bei strafrechtlichen Vorwürfen deckt. Oft separat einzuschließen, nicht in jedem Tarif enthalten.
Sterbegeldversicherung
Kapitallebensversicherung mit geringer Versicherungssumme (5.000–15.000 Euro) zur Deckung der Bestattungskosten. Keine Gesundheitsprüfung, aber Wartezeit.
Sublimit
Begrenzung innerhalb der Gesamtdeckungssumme für bestimmte Schadenkategorien. Oft bei Cyber-Policen für Datenschutzverstöße oder Betriebsunterbrechung.

T

Tarifwechsel (§ 204 VVG)
Recht von PKV-Versicherten, innerhalb ihrer Gesellschaft in einen günstigeren Tarif zu wechseln — ohne erneute Gesundheitsprüfung und unter Mitnahme der Altersrückstellungen.
Tätigkeitsschäden
Schäden an Sachen, an denen ein Handwerker gerade arbeitet (z. B. beschädigtes Parkett beim Fliesenlegen). Wichtiger Baustein der Betriebshaftpflicht, in älteren Verträgen oft ausgeschlossen.
Tierhalterhaftpflicht
Verschuldensunabhängige Haftung für Tierhalter (§ 833 BGB). In vielen Bundesländern Pflicht für Hundehalter.
Typklasse
Einstufung eines Fahrzeugmodells in der Kfz-Versicherung nach Schadenstatistik. Je höher die Typklasse, desto teurer die Versicherung für dieses Modell.

U

Unterversicherung
Die Versicherungssumme ist niedriger als der tatsächliche Wert. Führt im Schadenfall zur proportionalen Kürzung der Leistung.
Unterversicherungsverzicht
Vereinbarung, bei der der Versicherer auf die Prüfung einer Unterversicherung verzichtet. Schäden werden bis zur Versicherungssumme voll erstattet.
Unverfallbarkeit
Erworbene bAV-Ansprüche bleiben auch bei Arbeitgeberwechsel erhalten. Sofortige Unverfallbarkeit bei Entgeltumwandlung, gestuft bei Arbeitgeberbeiträgen.

V

Verkehrshaftungsversicherung
Deckt die gesetzliche Haftung des Frachtführers für Verlust, Beschädigung und verspätete Ablieferung von Frachtgut nach HGB/CMR.
Vermögensschadenhaftpflicht
Versicherung für reine Vermögensschäden — wenn der Kunde Geld verliert, ohne dass etwas Physisches beschädigt wurde. Standard für IT, Beratung, Agenturen.
Vermögensschäden
Finanzielle Verluste ohne physischen Sach- oder Personenschaden — z. B. Fehlberatung, Fristversäumnis, fehlerhafte Software. Gedeckt durch Vermögensschadenhaftpflicht oder Berufshaftpflicht.
Versicherungsmakler
Vermittler im Kundeninteresse, der Angebote verschiedener Versicherer vergleicht und nicht an einen einzelnen Anbieter gebunden ist. Registriert bei der IHK nach § 34d GewO.
Versicherungsnehmer
Die Person oder das Unternehmen, das den Versicherungsvertrag abschließt und die Beiträge zahlt.
Versicherungssumme
Der Höchstbetrag, bis zu dem der Versicherer im Schadenfall leistet. Muss dem tatsächlichen Wert des Versicherten entsprechen — sonst droht Unterversicherung mit proportionaler Kürzung.
Versicherungsschein
Das offizielle Dokument, das Ihren Versicherungsschutz bestätigt — auch Police genannt.
Vertrauensschadenversicherung
Schützt Unternehmen vor finanziellen Schäden durch vorsätzliche Handlungen eigener Mitarbeiter oder Dritter — Unterschlagung, Betrug, Fake-President-Angriffe.
Versorgungsausgleich
Bei Scheidung: Ausgleich der während der Ehe erworbenen Rentenanwartschaften zwischen den Ehegatten. Betrifft gesetzliche Rente, bAV, Riester und private Vorsorge.
Versorgungslücke
Die Differenz zwischen Ihrem heutigen Nettoeinkommen und der zu erwartenden gesetzlichen Rente. Im Durchschnitt ca. 48 % des letzten Brutto.
Verstoßprinzip
Versicherungsschutz greift, wenn die schadenauslösende Handlung (der Verstoß) in die Vertragslaufzeit fällt. Üblich bei Berufshaftpflicht.
Verweisung (abstrakte)
Klausel in BU-Verträgen, die dem Versicherer erlaubt, den Versicherten auf einen anderen, vergleichbaren Beruf zu verweisen. Gute Tarife verzichten darauf.
Vorschusszahlung
Teilzahlung des Versicherers bei großen Schäden vor Abschluss der Regulierung. Hilft, dringende Kosten (Hotelunterbringung, Notmaßnahmen) sofort zu decken.
Vorsorgevollmacht
Bevollmächtigt eine Person Ihres Vertrauens, im Ernstfall Entscheidungen für Sie zu treffen. Ohne Vollmacht bestellt das Gericht einen Betreuer.
VVG
Versicherungsvertragsgesetz — das zentrale deutsche Gesetz für Versicherungsverträge. Regelt Rechte und Pflichten von Versicherer und Versicherungsnehmer.

W

Wartezeit
Zeitraum nach Vertragsabschluss, in dem noch kein voller Versicherungsschutz besteht. Üblich bei Zahnzusatz (8 Monate) und Sterbegeld (1–3 Jahre).
Wert 1914
Historischer Referenzwert für die Wohngebäudeversicherung. Der Gebäudewert wird auf Basis des Baupreises von 1914 berechnet und mit dem aktuellen Baupreisindex hochgerechnet.
Widerruf
Recht, einen Versicherungsvertrag innerhalb von 14 Tagen (Lebensversicherung: 30 Tage) nach Erhalt der Police zu widerrufen.

Z

Zahnstaffel
Begrenzung der Erstattung in den ersten Vertragsjahren einer Zahnzusatzversicherung (z. B. 1.000 Euro im ersten Jahr, 2.000 Euro im zweiten). Schützt den Versicherer vor sofortigem Leistungsabruf.
Zusatzbeitrag
Kassenindividueller Beitragsanteil in der GKV, der zusätzlich zum allgemeinen Beitragssatz von 14,6 % erhoben wird. 2026 durchschnittlich 2,9 %.
Zeitwert
Der aktuelle Marktwert eines gebrauchten Gegenstands unter Berücksichtigung von Alter und Abnutzung. Meist deutlich niedriger als der Neupreis — deshalb ist Neuwertentschädigung wichtig.
ZÜRS-Zonen
Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen. 4 Zonen von GK 1 (geringes Risiko) bis GK 4 (sehr hohes Risiko). Bestimmt Elementarschutz-Prämien.

Ü

Überschussbeteiligung
Anteil an den Gewinnen des Versicherers, der Ihre Leistung erhöht. Nicht garantiert — hängt von der Kapitalanlage und Schadenquote ab.