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Wissen

Häufige Fragen

Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Versicherungen und meine Beratung.

Allgemein

Was ist ein Versicherungsmakler und wie unterscheidet er sich von einem Vertreter?

Ein Versicherungsmakler arbeitet in Ihrem Interesse und ist nicht an eine bestimmte Versicherungsgesellschaft gebunden. Er vergleicht die Angebote vieler Versicherer und empfiehlt Ihnen die Lösung, die am besten zu Ihrer Situation passt. Ein Versicherungsvertreter hingegen verkauft die Produkte eines oder weniger Unternehmen. Der Makler steht rechtlich auf Ihrer Seite — er ist Ihr Sachwalter, nicht der Verkäufer eines Versicherers.

Was kostet die Beratung durch einen Versicherungsmakler?

Die Beratung ist für Sie in der Regel kostenfrei. Als Makler werde ich durch die Courtage (Provision) vergütet, die der Versicherer zahlt. Diese ist bereits im Versicherungsbeitrag enthalten — Sie zahlen also nicht mehr als bei einem Direktabschluss beim Versicherer oder über ein Online-Portal.

Was Sie dafür bekommen: Professioneller Marktvergleich, persönliche Bedarfsanalyse, Vertragsoptimierung, laufende Betreuung und Unterstützung im Schadenfall — alles ohne Zusatzkosten.

Im Vergleich zum Direktabschluss bekommen Sie beim Makler also den gleichen Preis, aber zusätzlich Maklerberatung, laufende Betreuung und Unterstützung im Schadenfall. Die Courtage ist kein Aufschlag, sondern ein fester Bestandteil des Versicherungsbeitrags.

Kann ich den Maklervertrag jederzeit kündigen?

Ja, ein Maklervertrag kann grundsätzlich jederzeit ohne Angabe von Gründen gekündigt werden. Es gibt keine Mindestlaufzeit und keine Kündigungsfrist. Eine formlose schriftliche Mitteilung (E-Mail genügt) reicht aus.

Die bestehenden Versicherungsverträge laufen in diesem Fall ganz normal weiter — sie wechseln lediglich in die Direktbetreuung des jeweiligen Versicherers oder können von einem neuen Makler übernommen werden. Sie verlieren durch die Kündigung keinen Versicherungsschutz und müssen auch keine Verträge ändern.

Beachten Sie: Ohne Makler entfällt die laufende Betreuung — Fristenüberwachung, Schadenabwicklung und Vertragsoptimierung liegen dann in Ihrer eigenen Hand oder beim neuen Betreuer.

Was bedeutet ein Maklerauftrag und wozu verpflichtet er mich?

Mit dem Maklerauftrag beauftragen Sie mich, Ihre Versicherungsinteressen zu vertreten. Er ist die rechtliche Grundlage dafür, dass ich Ihre Verträge einsehen, vergleichen und optimieren darf.

Sie verpflichten sich dadurch zu nichts — insbesondere nicht zum Abschluss bestimmter Versicherungen. Der Maklerauftrag stellt lediglich sicher, dass ich als Ihr Sachwalter in Ihrem Interesse handeln kann. Er ist jederzeit ohne Angabe von Gründen kündbar.

Im Kern regelt der Maklerauftrag:

  • Dass ich Ihre bestehenden Verträge bei den Versicherern einsehen darf
  • Dass ich Sie über günstigere oder leistungsstärkere Alternativen informieren kann
  • Dass ich im Schadenfall als Ihr Ansprechpartner gegenüber dem Versicherer auftrete
  • Dass ich Ihre Vertragsdaten vertraulich behandle (DSGVO-konform)

Im Gegenzug bin ich gesetzlich verpflichtet, Ihre Interessen über die des Versicherers zu stellen und Sie bestmöglich zu beraten (§ 60 VVG).

Können Sie meine bestehenden Versicherungen übernehmen?

Ja, in den meisten Fällen kann ich die Betreuung Ihrer bestehenden Verträge übernehmen, ohne dass sich an den Verträgen selbst etwas ändert. Dazu erteilen Sie mir eine Maklervollmacht — ein einfaches Formular, das ich Ihnen bereitstelle.

Nach der Übernahme prüfe ich Ihre Verträge systematisch auf Lücken, veraltete Bedingungen und Einsparpotenziale. Ein Wechsel des Versicherers ist dabei nicht zwingend nötig — oft lassen sich bereits bestehende Verträge durch einen Tarifwechsel oder die Anpassung einzelner Bausteine optimieren.

Der Vorgang ist für Sie kostenfrei und dauert in der Regel wenige Tage. Ihre bisherigen Versicherungen laufen ohne Unterbrechung weiter. Sie profitieren ab sofort von der laufenden Betreuung: Fristenüberwachung, Schadenabwicklung und regelmäßige Überprüfung Ihres Versicherungsschutzes.

Was ist der Unterschied zwischen Makler und Vertreter?

Ein Versicherungsmakler arbeitet in Ihrem Interesse und vergleicht Angebote vieler Versicherer. Ein Versicherungsvertreter ist an ein oder wenige Unternehmen gebunden und verkauft deren Produkte. Der Makler ist gesetzlich verpflichtet, den für Sie besten Schutz zu finden (§ 59 VVG). Die Vergütung des Maklers (Courtage) ist im Beitrag enthalten — für Sie entstehen keine Mehrkosten.

Welche Versicherungen sind in Deutschland Pflicht?

Gesetzlich vorgeschrieben sind: Krankenversicherung (GKV oder PKV), Kfz-Haftpflicht für zugelassene Fahrzeuge, Berufshaftpflicht für bestimmte Berufe (Ärzte, Anwälte, Architekten, Steuerberater), und Hundehaftpflicht in den meisten Bundesländern. Für Unternehmen kommen je nach Branche hinzu: Betriebshaftpflicht (oft Voraussetzung für Aufträge), Berufshaftpflicht und in manchen Fällen Umwelthaftpflicht.

Versicherungen

Welche Versicherungen brauche ich wirklich?

Das hängt von Ihrer persönlichen Lebenssituation ab. Als absoluten Grundschutz empfehlen sich zwei Versicherungen:

Privathaftpflichtversicherung — schützt Sie vor Schadenersatzansprüchen Dritter. Ohne sie haften Sie mit Ihrem gesamten Vermögen. Kosten: ab ca. 5 Euro/Monat.

Berufsunfähigkeitsversicherung — sichert Ihr Einkommen, wenn Sie Ihren Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können. Je früher Sie abschließen, desto günstiger.

Darüber hinaus sind je nach Situation sinnvoll: Hausratversicherung (bei nennenswertem Besitz), Rechtsschutzversicherung (bei Streitrisiko), Wohngebäudeversicherung (für Eigentümer), Kfz-Versicherung (für Autofahrer gesetzlich Pflicht) und eine Altersvorsorge.

In einem persönlichen Beratungsgespräch analysiere ich Ihre Situation und empfehle genau die Absicherungen, die Sie benötigen — ohne unnötige Policen. Einen ausführlichen Überblick finden Sie auch in meinem Ratgeber-Artikel.

Warum ist eine Haftpflichtversicherung so wichtig?

In Deutschland haften Sie unbegrenzt mit Ihrem gesamten Vermögen für Schäden, die Sie anderen zufügen — das regelt § 823 BGB. Schon ein kleiner Unfall kann Schadensersatzforderungen in Millionenhöhe nach sich ziehen, besonders bei Personenschäden. Die private Haftpflichtversicherung schützt Sie vor genau diesem Risiko und kostet dabei oft nur wenige Euro im Monat. Sie gilt als die wichtigste Versicherung überhaupt.

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Wann sollte ich eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen?

Am besten so früh wie möglich — idealerweise zum Berufseinstieg oder sogar noch während der Ausbildung. Dafür gibt es drei Gründe:

Günstigere Beiträge: Je jünger Sie beim Abschluss sind, desto niedriger die monatliche Prämie über die gesamte Laufzeit. Ein Abschluss mit Anfang 20 kann gegenüber einem Abschluss mit 35 mehrere Tausend Euro sparen.

Einfachere Gesundheitsprüfung: Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit von Vorerkrankungen, die zu Ausschlüssen, Risikozuschlägen oder sogar zur Ablehnung führen können. Wer jung und gesund abschließt, sichert sich die besten Konditionen.

Sofortiger Schutz: Auch junge Menschen können berufsunfähig werden — durch Unfälle, psychische Erkrankungen oder schwere Krankheiten. Etwa jeder Vierte wird im Laufe seines Berufslebens berufsunfähig.

Tipp: Viele Versicherer bieten Einstiegstarife für Studierende und Azubis mit Nachversicherungsgarantie — Sie können die BU-Rente später ohne erneute Gesundheitsprüfung an steigende Einkommen anpassen.

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Was ist der Unterschied zwischen GKV und PKV?

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) berechnet den Beitrag prozentual am Einkommen, die private Krankenversicherung (PKV) nach Alter, Gesundheitszustand und gewähltem Tarif. In die PKV können Angestellte ab einem Jahresbruttoeinkommen von 73.800 Euro (2025), Selbständige und Beamte wechseln. Die PKV bietet oft umfassendere Leistungen, erfordert aber eine langfristige Planung — insbesondere mit Blick auf Beitragsentwicklung im Alter. Welches System besser passt, hängt stark von Ihrer Lebenssituation ab.

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Was deckt die Hausratversicherung ab?

Die Hausratversicherung schützt Ihr gesamtes bewegliches Eigentum in der Wohnung — Möbel, Elektronik, Kleidung, Küche, Sportausrüstung, Fahrräder und mehr. Versichert sind typische Gefahren wie Einbruchdiebstahl, Brand, Leitungswasserschäden und Sturm ab Windstärke 8.

Elementarschäden (Überschwemmung, Starkregen, Erdbeben) müssen in der Regel als Zusatzbaustein eingeschlossen werden — angesichts zunehmender Extremwetterereignisse ist das dringend empfehlenswert.

Die Versicherungssumme sollte dem Neuwert Ihres gesamten Hausrats entsprechen. Als Faustregel gelten 650 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Bei hochwertiger Einrichtung, teurer Elektronik oder Sammlungen sollten Sie höher ansetzen. Eine zu niedrige Summe führt im Schadenfall zur proportionalen Kürzung der Leistung (Unterversicherung). Viele Tarife bieten einen Unterversicherungsverzicht — diesen sollten Sie unbedingt vereinbaren.

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Wann ist eine Rechtsschutzversicherung sinnvoll?

Eine Rechtsschutzversicherung lohnt sich besonders, wenn Sie sich im Streitfall rechtlich absichern möchten, ohne das finanzielle Risiko eines Verfahrens tragen zu müssen. Bereits ein einfacher Arbeitsrechtsstreit kostet schnell 5.000 bis 15.000 Euro — die Jahresprämie amortisiert sich beim ersten ernsthaften Rechtsfall.

Typische Bausteine sind Privatrechtsschutz, Berufsrechtsschutz, Verkehrsrechtsschutz und Mietrechtsschutz. Sie können die Bausteine je nach Bedarf kombinieren. Familien sind in der Regel über eine Police mitversichert.

Wichtig: Die meisten Rechtsschutzversicherungen haben eine Wartezeit von drei Monaten — schließen Sie sie also rechtzeitig ab, nicht erst im Streitfall. Wählen Sie eine Selbstbeteiligung von 150 bis 250 Euro — das senkt den Beitrag spürbar und filtert Bagatellstreitigkeiten heraus.

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Was zahlt die Elementarversicherung bei Starkregen?

Die Elementarversicherung übernimmt Schäden durch Überschwemmung, Rückstau, Starkregen, Erdrutsch, Erdbeben und Schneedruck. Bei Starkregen zahlt sie für Schäden am Gebäude (über die Wohngebäudeversicherung) und am Hausrat (über die Hausratversicherung) — aber nur, wenn der Elementarbaustein in beiden Verträgen enthalten ist. Aktuell sind nur etwa 57 Prozent aller Wohngebäude in Deutschland gegen Elementarschäden versichert (GDV, 2025).

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Was ist der Unterschied zwischen BU und Unfallversicherung?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) zahlt eine monatliche Rente, wenn Sie Ihren Beruf aus gesundheitlichen Gründen dauerhaft nicht mehr ausüben können — egal ob durch Krankheit oder Unfall. Die private Unfallversicherung leistet nur bei Unfällen und zahlt eine Einmalzahlung (Invaliditätssumme), keine laufende Rente. Da über 90 Prozent aller Berufsunfähigkeiten durch Krankheiten verursacht werden, ist die BU in der Regel die wichtigere Absicherung.

Haftpflichtversicherung · Berufsunfähigkeitsversicherung · Unfallversicherung

Sind meine Kinder in der Haftpflichtversicherung mitversichert?

In einer Familien-Haftpflichtversicherung sind Ihre minderjährigen Kinder automatisch mitversichert. Auch volljährige Kinder sind meist bis zum Ende der ersten Berufsausbildung oder des Studiums eingeschlossen. Kinder unter 7 Jahren (im Straßenverkehr unter 10) gelten als deliktunfähig — viele gute Tarife schließen Schäden deliktunfähiger Kinder trotzdem ein.

Lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung?

Die GKV übernimmt bei Zahnersatz nur einen Festzuschuss, der oft weniger als die Hälfte der tatsächlichen Kosten deckt. Ein einzelnes Implantat kostet 2.000 bis 4.000 Euro. Eine gute Zahnzusatzversicherung erstattet 80 bis 100 Prozent und kostet je nach Alter 15 bis 40 Euro monatlich. Entscheidend: Schließen Sie vor dem ersten Befund ab — bereits diagnostizierte Probleme sind nicht versichert.

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Warum brauchen Selbständige ein Krankentagegeld?

Selbständige haben keinen Arbeitgeber, der im Krankheitsfall Lohnfortzahlung leistet. Auch das Krankengeld der GKV greift bei Selbständigen oft erst ab der 7. Woche und ist auf 70 Prozent des Brutto gedeckelt. Privat Versicherte erhalten gar kein Krankengeld. Eine Krankentagegeldversicherung schließt diese Lücke und sichert Ihr Einkommen ab dem vereinbarten Karenztag (z. B. ab Tag 15 oder 43).

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Was ist Unterversicherung und wie vermeide ich sie?

Unterversicherung liegt vor, wenn die Versicherungssumme niedriger ist als der tatsächliche Wert des Versicherten. Im Schadenfall kürzt der Versicherer die Leistung dann proportional. Beispiel: Ist der Hausrat 80.000 Euro wert, aber nur mit 40.000 Euro versichert, erhalten Sie bei einem Schaden von 10.000 Euro nur 5.000 Euro. Abhilfe: Versicherungssumme regelmäßig anpassen oder einen Unterversicherungsverzicht vereinbaren.

Zahlt die Versicherung auch bei grober Fahrlässigkeit?

Grundsätzlich darf der Versicherer die Leistung bei grober Fahrlässigkeit kürzen — zum Beispiel wenn Sie Kerzen unbeaufsichtigt brennen lassen oder das Fenster beim Verlassen der Wohnung offen stehen lassen. Viele moderne Tarife enthalten jedoch einen Verzicht auf die Einrede grober Fahrlässigkeit. Achten Sie bei Abschluss oder Wechsel darauf, dass Ihr Vertrag diesen Baustein enthält.

Kommt eine Pflicht-Elementarversicherung?

Die Pflicht-Elementarversicherung wird politisch diskutiert, ist aber noch nicht beschlossen. Die Ministerpräsidentenkonferenz fordert eine bundesweite Pflichtversicherung. Die Versicherungswirtschaft (GDV) schlägt stattdessen ein Opt-out-Modell vor: Elementarschutz wäre standardmäßig in jeder Wohngebäudeversicherung enthalten, könnte aber aktiv abgewählt werden. Unabhängig vom Ausgang sollten Sie nicht auf eine Pflicht warten — schließen Sie den Schutz jetzt ab.

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Altersvorsorge

Warum sollte ich möglichst früh mit der Altersvorsorge beginnen?

Je früher Sie anfangen, desto stärker wirkt der Zinseszinseffekt zu Ihren Gunsten. Wer mit 25 Jahren monatlich 100 Euro anlegt, kann bis zum Rentenalter bei einer durchschnittlichen Rendite deutlich mehr Kapital aufbauen als jemand, der erst mit 40 anfängt und dann den doppelten Betrag einzahlt. Außerdem fällt die monatliche Belastung geringer aus, wenn Sie frühzeitig starten. Eine individuelle Beratung zeigt Ihnen, welche Vorsorgeform — Riester, Rürup, betriebliche Altersversorgung oder private Anlage — am besten zu Ihnen passt.

Wie berechne ich meine Rentenlücke?

Die Rentenlücke ist die Differenz zwischen Ihrem gewünschten Lebensstandard im Ruhestand und der voraussichtlichen gesetzlichen Rente. Die Berechnung in drei Schritten:

1. Bedarf ermitteln: Als Faustregel benötigen Sie im Ruhestand etwa 80 Prozent Ihres letzten Nettoeinkommens. Bei 3.000 Euro netto wären das 2.400 Euro.

2. Gesetzliche Rente prüfen: Ihre jährliche Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung zeigt die voraussichtliche Bruttorente. Davon gehen noch Kranken- und Pflegeversicherung (ca. 11 %) sowie Steuern ab.

3. Differenz berechnen: Die Lücke zwischen Bedarf und Nettorente zeigt, wie viel Sie zusätzlich ansparen müssen. Berücksichtigen Sie dabei die Inflation — 2.400 Euro haben in 25 Jahren deutlich weniger Kaufkraft.

In einem persönlichen Gespräch berechne ich Ihre individuelle Versorgungslücke und zeige Ihnen, welche Vorsorgebausteine (bAV, Riester, Rürup, private Rentenversicherung) diese am effizientesten schließen. Einen ausführlichen Überblick bietet der Ratgeber Versorgungslücke.

Welche Vorteile hat die betriebliche Altersversorgung für Arbeitnehmer?

Bei der betrieblichen Altersversorgung (bAV) wandeln Sie einen Teil Ihres Bruttogehalts in eine Betriebsrente um (Entgeltumwandlung). Der Vorteil: Die Beiträge werden vor Steuern und Sozialabgaben abgezogen, sodass Ihre tatsächliche Nettobelastung deutlich geringer ist als der eingezahlte Betrag. Seit 2019 muss Ihr Arbeitgeber zudem mindestens 15 Prozent des umgewandelten Betrags als Zuschuss leisten, wenn er Sozialversicherungsbeiträge einspart. Viele Arbeitgeber zahlen freiwillig noch mehr.

Was ist der Unterschied zwischen Riester- und Rürup-Rente?

Die Riester-Rente richtet sich an Angestellte und wird durch staatliche Zulagen und Steuervorteile gefördert. Die Rürup-Rente (Basisrente) wurde für Selbständige konzipiert und bietet hohe steuerliche Absetzbarkeit, aber weniger Flexibilität — sie ist nicht vererbbar, nicht beleihbar und nicht kapitalisierbar. Beide Formen haben ihre Berechtigung, je nach Berufsstatus, Einkommen und persönlicher Situation. Welche Variante für Sie die richtige ist, klären wir gemeinsam in der Beratung.

Was ist das Altersvorsorgedepot ab 2027?

Das Altersvorsorgedepot ist ein neues, staatlich gefördertes Altersvorsorge-Instrument, das ab 2027 neben der Riester-Rente eingeführt werden soll. Anders als Riester ermöglicht es Investitionen ohne Kapitalgarantie — zum Beispiel in ETF-Sparpläne. Die Förderung umfasst eine Grundzulage, Kinderzulagen und steuerliche Vorteile. Für Kinder ist eine „Frühstartrente” mit 10 Euro monatlich vom Staat geplant.

Wie schließe ich die Pflegelücke?

Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt bei stationärer Pflege oft nur einen Bruchteil der tatsächlichen Kosten. Der Eigenanteil liegt je nach Pflegegrad und Einrichtung bei 2.000 bis 3.000 Euro monatlich. Eine private Pflegezusatzversicherung (Pflegetagegeld oder Pflegekostenversicherung) schließt diese Lücke. Je früher Sie abschließen, desto günstiger der Beitrag — und desto geringer das Risiko, wegen Vorerkrankungen abgelehnt zu werden.

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Gewerbe

Brauche ich als Geschäftsführer eine D&O-Versicherung?

Als Geschäftsführer haften Sie persönlich und unbeschränkt mit Ihrem Privatvermögen für Pflichtverletzungen — gegenüber dem Unternehmen, Gesellschaftern und Dritten. Eine D&O-Versicherung (Directors & Officers) schützt Sie vor diesen Haftungsansprüchen und übernimmt auch die Kosten der Rechtsverteidigung. Sie ist für jeden Geschäftsführer dringend empfohlen, unabhängig von der Unternehmensgröße.

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Brauche ich als kleines Unternehmen eine Cyber-Versicherung?

Ja. Über 60 Prozent aller Cyberangriffe richten sich gegen kleine und mittlere Unternehmen — oft weil diese weniger IT-Sicherheit haben als Großkonzerne. Die durchschnittlichen Kosten eines Cybervorfalls liegen bei 50.000 bis 200.000 Euro. Eine Cyber-Versicherung deckt IT-Forensik, Datenwiederherstellung, Betriebsunterbrechung und Haftungsansprüche ab. Die Vertragszahlen wuchsen 2024 um 15 Prozent (GDV).

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Welche Versicherungen brauche ich als Gewerbetreibender?

Als Pflichtversicherung gilt für die meisten Gewerbe die Betriebshaftpflichtversicherung — sie schützt vor Schadensersatzansprüchen Dritter. Je nach Branche können weitere Versicherungen vorgeschrieben sein, zum Beispiel eine Berufshaftpflicht für beratende Berufe oder eine Kfz-Haftpflicht für Firmenfahrzeuge. Darüber hinaus empfehlen sich eine Inhaltsversicherung (für Betriebseinrichtung und Vorräte), eine Betriebsunterbrechungsversicherung und eine Cyberversicherung. Welche Absicherung Sie konkret benötigen, hängt von Branche, Betriebsgröße und Risikoprofil ab.

Warum ist Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbständige besonders wichtig?

Selbständige haben in der Regel keinen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente der gesetzlichen Rentenversicherung, wenn sie nicht freiwillig einzahlen. Fällt Ihre Arbeitskraft weg, gibt es kein Sicherheitsnetz. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sichert Ihr Einkommen ab, wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen Ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Gerade für Selbständige ist diese Versicherung existenziell, weil Ihr Unternehmen direkt von Ihrer Arbeitsfähigkeit abhängt.

Was deckt eine Cyberversicherung ab?

Eine Cyberversicherung schützt Ihr Unternehmen vor den finanziellen Folgen von Cyberangriffen, Datenverlust und IT-Ausfällen. Sie übernimmt typischerweise die Kosten für Forensik (Ursachenanalyse), Datenwiederherstellung, Betriebsunterbrechung, rechtliche Beratung und die Benachrichtigung betroffener Kunden nach einem Datenschutzvorfall. Viele Policen bieten zusätzlich eine 24/7-Notfall-Hotline mit IT-Spezialisten. Angesichts steigender Cyberangriffe ist diese Versicherung für nahezu jedes Unternehmen relevant — unabhängig von der Betriebsgröße.

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Wer haftet, wenn KI im Unternehmen Fehler macht?

Das Unternehmen, das KI einsetzt, haftet für die Ergebnisse — nicht der KI-Anbieter. Bei fehlerhaften KI-gestützten Entscheidungen (z. B. falsche Beratung, diskriminierende Auswahl) greifen Vertrags- und Deliktshaftung. Der EU AI Act stuft KI in der Versicherungsbranche als „hochriskant” ein und verlangt ab August 2026 Risikomanagement, Transparenz und menschliche Aufsicht. Bestehende Betriebs- und Berufshaftpflichtpolicen decken KI-Schäden oft nicht vollständig ab.

Vertragsfragen

Was sind Wartezeiten bei Versicherungen?

Die Wartezeit ist der Zeitraum nach Vertragsabschluss, in dem noch kein voller Versicherungsschutz besteht. Typische Wartezeiten: Zahnzusatzversicherung 8 Monate, Rechtsschutzversicherung 3 Monate, Elementarversicherung 7 bis 30 Tage, Sterbegeldversicherung 1 bis 3 Jahre. Bei Unfällen entfällt die Wartezeit in der Regel. Planen Sie voraus — eine Versicherung erst bei akutem Bedarf abzuschließen, hilft meistens nicht.

Was ist eine Nachversicherungsgarantie?

Die Nachversicherungsgarantie gibt Ihnen das Recht, Ihren Versicherungsschutz bei bestimmten Lebensereignissen zu erhöhen — ohne erneute Gesundheitsprüfung. Typische Anlässe: Heirat, Geburt eines Kindes, Immobilienkauf, Gehaltserhöhung oder Aufnahme einer Selbständigkeit. Die Garantie ist besonders wertvoll bei der Berufsunfähigkeitsversicherung und der Risikolebensversicherung, wo eine Gesundheitsprüfung den Abschluss erschweren kann.

Welche Kündigungsfristen gelten bei Versicherungen?

Die meisten Sachversicherungen (Haftpflicht, Hausrat, Kfz) haben eine Kündigungsfrist von drei Monaten zum Ende des Versicherungsjahres. Kfz-Versicherungen enden meist zum 31. Dezember, die Kündigung muss also bis spätestens 30. September eingehen. Lebens- und Krankenversicherungen haben teils abweichende Fristen. Ein Sonderkündigungsrecht besteht bei Beitragserhöhungen ohne Leistungsverbesserung und nach einem Schadenfall. Ich unterstütze Sie gerne bei Kündigungen und achte darauf, dass keine Lücke im Versicherungsschutz entsteht.

Was muss ich im Schadenfall tun?

Melden Sie den Schaden so schnell wie möglich — am besten direkt bei mir als Ihrem Makler. Ich übernehme die Kommunikation mit dem Versicherer und begleite Sie durch den gesamten Regulierungsprozess. Wichtig: Dokumentieren Sie den Schaden mit Fotos, sichern Sie beschädigte Gegenstände als Nachweis und werfen Sie nichts weg, bevor der Versicherer zugestimmt hat. Bei Einbruch oder Vandalismus erstatten Sie zusätzlich Anzeige bei der Polizei. Je schneller die Meldung erfolgt, desto reibungsloser verläuft die Regulierung.

Welche Versicherungen kann ich steuerlich absetzen?

Viele Versicherungen sind als Vorsorgeaufwendungen oder Sonderausgaben steuerlich absetzbar. Die wichtigsten im Überblick:

Für Privatpersonen (als Sonderausgaben): Kranken- und Pflegeversicherung (Basisbeiträge in voller Höhe), Berufsunfähigkeitsversicherung, Unfallversicherung, Haftpflichtversicherung, Risikolebensversicherung und Rürup-Rente (2026: bis 30.826 Euro absetzbar). Der Höchstbetrag für sonstige Vorsorgeaufwendungen liegt bei 1.900 Euro (Angestellte) bzw. 2.800 Euro (Selbständige).

Für Selbständige und Unternehmer (als Betriebsausgaben): Betriebshaftpflicht, Berufshaftpflicht, Inhaltsversicherung, Cyberversicherung, Betriebsunterbrechung und D&O-Versicherung sind vollständig als Betriebsausgaben absetzbar — ohne Höchstbetrag.

Betriebliche Altersversorgung: Beiträge zur bAV sind bis 338 Euro monatlich steuer- und sozialversicherungsfrei (2026). Die genauen Voraussetzungen bespreche ich gerne mit Ihnen — in Zusammenarbeit mit Ihrem Steuerberater.