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Sterbegeldversicherung

Stand: 18. März 2026 Von Thorsten Schreier

Allgemeine Information — keine individuelle Beratung, keine Gewähr.

Auf einen Blick: Seit dem Wegfall des gesetzlichen Sterbegeldes 2004 müssen Angehörige Bestattungskosten von 5.000 bis 15.000 Euro selbst tragen. Die Sterbegeldversicherung zahlt eine Einmalsumme innerhalb weniger Tage nach dem Todesfall — anders als Bankguthaben, das oft bis zum Erbschein gesperrt bleibt.

Was ist eine Sterbegeldversicherung?

Die Sterbegeldversicherung zahlt im Todesfall eine vereinbarte Summe an Ihre Hinterbliebenen aus — zweckgebunden zur Deckung der Bestattungskosten. Seit dem Wegfall des gesetzlichen Sterbegeldes im Jahr 2004 müssen Angehörige die Kosten einer Beerdigung vollständig selbst tragen. Diese liegen je nach Art der Bestattung schnell bei 5.000 bis 15.000 Euro.

Wer braucht eine Sterbegeldversicherung?

  • Menschen, die ihre Angehörigen entlasten möchten — Bestattungskosten sollen nicht zur finanziellen Belastung werden
  • Ältere Menschen — Viele schließen die Versicherung ab, um die Bestattung selbst zu regeln und vorzufinanzieren. Welche Versicherungen im Alter insgesamt sinnvoll sind, erfahren Sie im Ratgeber Versicherungen ab 50+
  • Menschen ohne Rücklagen — Wenn keine Ersparnisse für die Bestattungskosten vorhanden sind
  • Alleinstehende — Damit die Kosten nicht auf entfernte Verwandte oder die Gemeinde fallen

Was leistet die Sterbegeldversicherung?

  • Einmalige Auszahlung — Im Todesfall wird die vereinbarte Versicherungssumme an die Bezugsberechtigten ausgezahlt (typisch: 5.000 bis 20.000 Euro)
  • Sofortschutz bei Unfalltod — Die meisten Tarife zahlen ab dem ersten Tag bei Tod durch Unfall
  • Beitragsfreistellung — Nach einer bestimmten Laufzeit sind die Beiträge vollständig bezahlt, der Schutz bleibt lebenslang bestehen
  • Keine Gesundheitsprüfung — Viele Tarife verzichten auf Gesundheitsfragen, dafür gelten Wartezeiten

Worauf sollten Sie achten?

  • Wartezeiten — Bei Tarifen ohne Gesundheitsfragen besteht in den ersten 24 bis 36 Monaten oft nur eingeschränkter Schutz. Nur bei Unfalltod wird sofort geleistet
  • Beitragsdauer — Achten Sie auf Tarife mit begrenzter Beitragszahlungsdauer, damit Sie nicht bis zum Lebensende einzahlen
  • Überschussbeteiligung — Einige Tarife bieten eine Überschussbeteiligung, die die Auszahlungssumme erhöhen kann
  • Kosten-Nutzen-Verhältnis — Prüfen Sie, ob die Gesamtbeiträge nicht die Versicherungssumme übersteigen. Bei einem Abschluss in jungen Jahren ist das Verhältnis deutlich günstiger
  • Alternative: Rücklage — Wer über ausreichende Ersparnisse verfügt, kann die Bestattungskosten auch ohne Versicherung decken

Was kostet eine Bestattung?

BestattungsartDurchschnittliche Kosten
Erdbestattung (Sarg, Grabstein, Grabpflege)7.000–15.000 €
Feuerbestattung mit Urnenbeisetzung4.000–8.000 €
Seebestattung3.000–5.000 €
Waldbestattung (Friedwald/Ruheforst)3.000–6.000 €
Anonyme Bestattung2.000–4.000 €

Zu den reinen Bestattungskosten kommen häufig noch Friedhofsgebühren, Grabpflege über die Liegezeit (20–30 Jahre), Trauerfeier, Traueranzeigen und Blumenschmuck. Eine Erdbestattung mit Grabstein und langjähriger Grabpflege kann leicht 15.000 Euro und mehr kosten.

Kostenbeispiele Sterbegeldversicherung

EintrittsalterVersicherungssummeMonatsbeitragBeitragsdauer
40 Jahre8.000 €12–18 €25 Jahre
50 Jahre8.000 €18–28 €15 Jahre
60 Jahre8.000 €30–50 €10 Jahre
70 Jahre8.000 €50–85 €5 Jahre

Bei einem Abschluss im höheren Alter übersteigen die Gesamtbeiträge häufig die Versicherungssumme. Ab etwa 75 Jahren ist ein Sparplan oder eine zweckgebundene Rücklage in der Regel wirtschaftlicher. Bei jüngerem Eintrittsalter ist das Beitrags-Leistungs-Verhältnis deutlich günstiger.

Sterbegeldversicherung vs. Risikolebensversicherung

Die Sterbegeldversicherung ist ausschließlich zur Deckung der Bestattungskosten gedacht — mit relativ niedrigen Versicherungssummen (5.000 bis 20.000 Euro) und lebenslangem Schutz. Die Risikolebensversicherung dagegen sichert die Hinterbliebenen finanziell umfassend ab — mit deutlich höheren Summen (100.000 Euro und mehr), aber befristeter Laufzeit. Für Familien mit Kindern ist die Risikolebensversicherung die wichtigere Police. Die Sterbegeldversicherung ist eher für ältere Menschen gedacht, die gezielt die Bestattungskosten absichern möchten.

Schadenszenarien aus der Praxis

  • Plötzlicher Tod ohne Rücklagen: Ein 68-Jähriger stirbt unerwartet an einem Herzinfarkt. Seine Witwe hat keine Ersparnisse für die Bestattung. Die Sterbegeldversicherung zahlt innerhalb weniger Tage 10.000 Euro aus — genug für eine würdige Erdbestattung.
  • Unfalltod in der Wartezeit: Eine 72-Jährige schließt eine Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsprüfung ab und verstirbt sechs Monate später bei einem Unfall. Da der Tod durch Unfall eintrat, wird die volle Versicherungssumme ausgezahlt — die Wartezeit gilt nur bei krankheitsbedingtem Tod.
  • Lange Beitragszahlung übersteigt Summe: Ein 75-Jähriger schließt eine Sterbegeldversicherung über 8.000 Euro ab. Bei einem Monatsbeitrag von 80 Euro und einer Beitragsdauer von 10 Jahren zahlt er insgesamt 9.600 Euro ein — mehr als die Versicherungssumme. Ein Sparplan wäre günstiger gewesen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Sterbegeldversicherung und Risikolebensversicherung?

Die Sterbegeldversicherung ist ausschließlich zur Deckung der Bestattungskosten gedacht — mit Versicherungssummen von typischerweise 5.000 bis 20.000 Euro und lebenslangem Schutz. Die Risikolebensversicherung dagegen sichert die Hinterbliebenen finanziell umfassend ab, mit deutlich höheren Summen und befristeter Laufzeit. Für Familien mit laufenden Krediten oder Kindern ist die Risikolebensversicherung die wichtigere Police. Die Sterbegeldversicherung richtet sich vor allem an Menschen, die gezielt die Bestattungskosten vorfinanzieren möchten.

Wird die Versicherungssumme sofort nach dem Tod ausgezahlt?

In der Regel wird die Versicherungssumme innerhalb weniger Tage nach Einreichung der Sterbeurkunde und des Versicherungsscheins ausgezahlt. Das ist ein wesentlicher Vorteil gegenüber Ersparnissen auf Bankkonten, die nach dem Tod häufig zunächst gesperrt werden und erst nach Vorlage eines Erbscheins zugänglich sind. Die schnelle Auszahlung ermöglicht es den Angehörigen, die Bestattung ohne finanzielle Engpässe zu organisieren.

Lohnt sich eine Sterbegeldversicherung im höheren Alter noch?

Das hängt vom Eintrittsalter und der gewählten Beitragsdauer ab. Ab etwa 75 Jahren übersteigen die Gesamtbeiträge in vielen Tarifen die Versicherungssumme, sodass ein zweckgebundenes Sparkonto wirtschaftlicher wäre. Bei einem Eintrittsalter bis Mitte 60 ist das Beitrags-Leistungs-Verhältnis in der Regel noch günstig. Zudem bietet die Versicherung den Vorteil, dass der Schutz sofort bei Unfalltod besteht — unabhängig von der eingezahlten Summe.

Gibt es eine Gesundheitsprüfung bei der Sterbegeldversicherung?

Viele Tarife verzichten vollständig auf Gesundheitsfragen. Der Preis dafür sind Wartezeiten von 24 bis 36 Monaten: Stirbt die versicherte Person in dieser Zeit an einer Krankheit, werden nur die bisher eingezahlten Beiträge erstattet — nicht die volle Versicherungssumme. Bei Tod durch Unfall wird dagegen ab dem ersten Tag die volle Summe ausgezahlt.

Häufige Fehler bei der Sterbegeldversicherung

  • Zu spät abgeschlossen: Je höher das Eintrittsalter, desto wahrscheinlicher übersteigen die Gesamtbeiträge die Versicherungssumme. Ab etwa 75 Jahren ist ein zweckgebundenes Sparkonto oft die bessere Wahl.
  • Wartezeit unterschätzt: Tarife ohne Gesundheitsprüfung haben Wartezeiten von 24 bis 36 Monaten. Stirbt die versicherte Person in dieser Zeit an einer Krankheit, werden nur die eingezahlten Beiträge erstattet — nicht die Versicherungssumme.
  • Versicherungssumme zu niedrig gewählt: Eine Versicherungssumme von 5.000 Euro reicht für eine einfache Feuerbestattung. Wer eine Erdbestattung mit Grabstein und Grabpflege wünscht, sollte mindestens 10.000 bis 15.000 Euro versichern.
  • Bestattungswünsche nicht dokumentiert: Die Sterbegeldversicherung sichert die Kosten — aber die Angehörigen müssen auch wissen, welche Art der Bestattung gewünscht ist. Dokumentieren Sie Ihre Wünsche schriftlich und hinterlegen Sie sie zusammen mit der Police.

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