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Schwere-Krankheiten-Versicherung (Dread Disease)

Stand: 18. März 2026 Von Thorsten Schreier

Allgemeine Information — keine individuelle Beratung, keine Gewähr.

Auf einen Blick: Die Dread-Disease-Versicherung zahlt eine Einmalsumme bei Diagnose schwerer Krankheiten — sofort und ohne Nachweis der Berufsunfähigkeit. Rund 60 Prozent der Leistungsfälle entfallen auf Krebs, 15 Prozent auf Herzinfarkt und 10 Prozent auf Schlaganfall. Die Beiträge sind günstiger als bei einer BU.

Was ist eine Schwere-Krankheiten-Versicherung?

Die Schwere-Krankheiten-Versicherung — international als „Dread Disease” bekannt — zahlt eine vereinbarte Einmalsumme aus, sobald eine schwere Krankheit diagnostiziert wird. Es kommt nicht darauf an, ob Sie noch arbeiten können oder nicht. Allein die ärztlich bestätigte Diagnose löst die Leistung aus.

Die Einmalzahlung steht Ihnen zur freien Verfügung: Behandlungskosten, Umbauten am Wohnhaus, Einkommensverlust, Tilgung von Krediten oder einfach finanzielle Sicherheit in einer schweren Zeit.

Der entscheidende Unterschied zur Berufsunfähigkeitsversicherung: Die Dread Disease leistet sofort bei Diagnose, ohne dass Sie nachweisen müssen, dass Sie Ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Gerade bei schweren Erkrankungen, die intensive Behandlung erfordern, aber nicht zwingend zur dauerhaften Berufsunfähigkeit führen, ist diese sofortige Kapitalleistung besonders wertvoll. Beispielsweise führt eine Krebsdiagnose mit anschließender Chemotherapie und Rehabilitation oft zu einem monatelangen Arbeitsausfall — ohne dass formell Berufsunfähigkeit vorliegt.

Wer braucht eine Dread-Disease-Versicherung?

  • Ergänzung zur BU — Die BU leistet erst bei dauerhafter Berufsunfähigkeit. Die Dread Disease zahlt sofort bei Diagnose
  • Selbständige — Sofortige Liquidität ohne Nachweis der Berufsunfähigkeit
  • Immobilienbesitzer — Einmalsumme zur Kredittilgung im Krankheitsfall, ergänzend zur Risikolebensversicherung
  • Menschen mit Vorerkrankungen — Unter Umständen leichter zu erhalten als eine BU
  • Alleinverdiener — Sofortige finanzielle Entlastung für die Familie

Welche Krankheiten sind versichert?

Typischerweise umfasst der Versicherungsschutz 40 bis 60 schwere Erkrankungen, darunter:

  • Krebs — Bösartige Tumorerkrankungen (definierte Schweregrade)
  • Herzinfarkt — Akuter Myokardinfarkt
  • Schlaganfall — Mit dauerhaften neurologischen Ausfällen
  • Organtransplantation — Notwendigkeit einer Organtransplantation
  • Multiple Sklerose — Bei bestimmten Verlaufsformen
  • Nierenversagen — Dialysepflichtigkeit
  • Verlust von Gliedmaßen — Amputation
  • Erblindung und Taubheit — Schwerer Verlust der Sinnesorgane
  • Koronare Bypass-Operation — Operative Umgehung verengter Herzkranzgefäße
  • Benigne Hirntumore — Gutartige Tumore im Gehirn mit operativer Behandlung

Die meisten Leistungsfälle entfallen auf die drei häufigsten Diagnosen: Krebs (ca. 60 Prozent), Herzinfarkt (ca. 15 Prozent) und Schlaganfall (ca. 10 Prozent). Bei der Tarifwahl sollten Sie daher besonderes Augenmerk auf die Definitionen dieser drei Kernerkrankungen legen.

Worauf sollten Sie achten?

  • Krankheitsdefinitionen — Entscheidend ist, wie die versicherten Krankheiten definiert sind. Nicht jeder Krebs und nicht jeder Herzinfarkt löst automatisch eine Leistung aus — achten Sie auf die Schwellenwerte
  • Anzahl der versicherten Krankheiten — Mehr ist nicht immer besser. Wichtiger als die Zahl ist die Definition der häufigsten Diagnosen (Krebs, Herz-Kreislauf, Schlaganfall)
  • Karenzzeit — Einige Tarife zahlen erst, wenn die Diagnose einen bestimmten Zeitraum (z. B. 14 bis 28 Tage) überlebt wird
  • Mehrfachleistung — Leistet der Tarif nur einmal oder auch bei einer zweiten schweren Erkrankung?
  • Versicherungssumme — Sollte mindestens zwei bis drei Bruttojahresgehälter betragen

Kostenbeispiele

Versicherte PersonVersicherungssummeMonatsbeitrag
Kaufm. Angestellter, 30 Jahre50.000 €25–45 €
Selbständiger, 35 Jahre100.000 €55–90 €
Handwerker, 25 Jahre75.000 €30–55 €
Familienvater, 40 Jahre100.000 €70–120 €

Die Beiträge sind in der Regel günstiger als bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung, da der Versicherer nur bei klar definierten Diagnosen leistet — nicht bei jeder Form der Berufsunfähigkeit. Die Kombination aus Dread Disease und BU ergibt ein besonders starkes Sicherheitsnetz: Die BU zahlt die laufende Rente, die Dread Disease liefert sofortige Liquidität für Behandlungskosten und Umstellungen im Alltag.

Häufig gestellte Fragen

Ersetzt die Dread-Disease-Versicherung eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Nein. Die Dread-Disease-Versicherung ist eine Ergänzung, kein Ersatz für die Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie leistet ausschließlich bei klar definierten schweren Erkrankungen, deckt aber keine psychischen Erkrankungen, Rückenleiden oder andere häufige Ursachen für Berufsunfähigkeit ab. Die Kombination beider Versicherungen ergibt den umfassendsten Schutz: sofortige Liquidität bei Diagnose durch die Dread Disease und eine laufende Rente durch die BU.

Wie hoch sollte die Versicherungssumme sein?

Als Orientierung gelten zwei bis drei Bruttojahresgehälter. Die Einmalsumme soll Behandlungskosten, Einkommensausfälle in der Akutphase, Umbauten am Wohnhaus und gegebenenfalls laufende Kreditbelastungen auffangen. Immobilienbesitzer sollten offene Restschuld zusätzlich berücksichtigen, um im Ernstfall eine Kredittilgung vornehmen zu können.

Wird bei jeder Krebsdiagnose geleistet?

Nicht zwingend. Die Leistung hängt von der exakten Krankheitsdefinition im Vertrag ab. Manche Tarife schließen frühe Krebsstadien (z. B. Carcinoma in situ) oder bestimmte Hautkrebsarten aus. Da Krebs mit rund 60 Prozent der Leistungsfälle die häufigste Diagnose ist, sollten Sie die Krebsdefinition Ihres Tarifs besonders sorgfältig prüfen.

Kann ich eine Dread-Disease-Versicherung auch mit Vorerkrankungen abschließen?

Die Gesundheitsprüfung ist in der Regel weniger umfangreich als bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Bestimmte Vorerkrankungen können jedoch zu Risikozuschlägen, Leistungsausschlüssen oder einer Ablehnung führen. Für Menschen, die aufgrund ihrer Gesundheitsgeschichte keine BU erhalten, kann die Dread-Disease-Versicherung unter Umständen eine alternative Absicherungsmöglichkeit darstellen. Einen detaillierten Vergleich der Optionen finden Sie im Ratgeber BU, Grundfähigkeit und Dread Disease im Vergleich.

Häufige Fehler bei der Schwere-Krankheiten-Versicherung

  • Als BU-Ersatz betrachten: Die Dread-Disease-Versicherung ist eine Ergänzung, kein Ersatz. Viele Ursachen für Berufsunfähigkeit (z. B. psychische Erkrankungen, Rückenprobleme) sind nicht im Krankheitskatalog enthalten.
  • Krankheitsdefinitionen nicht gelesen: Nicht jeder Krebs und nicht jeder Herzinfarkt löst automatisch eine Leistung aus. Achten Sie auf die exakten Definitionen und Schwellenwerte im Vertrag.
  • Zu geringe Versicherungssumme: Die Einmalzahlung muss groß genug sein, um tatsächlich zu helfen. Orientieren Sie sich an zwei bis drei Bruttojahresgehältern plus eventuelle Kreditbelastungen.
  • Karenzzeit unterschätzt: Manche Tarife zahlen nur, wenn der Versicherte die Diagnose mindestens 14 oder 28 Tage überlebt. Das ist bei den meisten Erkrankungen unproblematisch, sollte aber bekannt sein.

Besonders wichtig ist die Kombination mit anderen Absicherungen: Eine Dread Disease allein reicht nicht aus, um Ihr Einkommen langfristig zu sichern. In Kombination mit einer BU oder Grundfähigkeitenversicherung ergibt sie jedoch ein starkes Gesamtkonzept: Die Dread Disease liefert sofortige Liquidität bei Diagnose, während die BU oder Grundfähigkeitenversicherung die laufenden Lebenshaltungskosten abdeckt. Ich zeige Ihnen, welche Kombination für Ihre persönliche Situation optimal ist.

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