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Mietkautionsversicherung

Stand: 18. März 2026 Von Thorsten Schreier

Allgemeine Information — keine individuelle Beratung, keine Gewähr.

Auf einen Blick: Die Mietkautionsversicherung ersetzt die Barkaution durch eine jährliche Prämie von ca. 3 bis 5 Prozent der Kautionssumme. Bei 3.000 Euro Kaution zahlen Sie rund 120 Euro pro Jahr statt das Kapital zu binden. Ab einer Mietdauer von 5 bis 7 Jahren ist die Barkaution meist günstiger.

Was ist eine Mietkautionsversicherung?

Eine Mietkautionsversicherung (auch Kautionsbürgschaft oder Mietaval) ersetzt die klassische Barkaution, die Sie bei Einzug in eine Mietwohnung hinterlegen müssen. Statt bis zu drei Monatsmieten auf einem Kautionskonto zu parken, zahlen Sie einen jährlichen Beitrag an einen Versicherer, der im Gegenzug für Ihre Mietkaution bürgt. Zusammen mit einer Hausratversicherung und einer Privathaftpflichtversicherung gehört sie zum Grundschutz für Mieter.

Der Vermieter erhält eine Bürgschaftsurkunde, die ihn genauso absichert wie eine Barkaution. Ihr Geld bleibt frei verfügbar — für Möbel, Umzugskosten oder andere Investitionen.

Wie funktioniert sie?

  1. Sie schließen eine Mietkautionsversicherung ab
  2. Der Versicherer stellt eine Bürgschaftsurkunde aus
  3. Sie übergeben die Urkunde Ihrem Vermieter
  4. Bei berechtigten Ansprüchen (z. B. Mietrückstände, Schäden) zahlt der Versicherer an den Vermieter
  5. Der Versicherer nimmt anschließend Regress bei Ihnen — Sie müssen den Betrag zurückzahlen

Wichtig: Die Mietkautionsversicherung ist kein Geschenk. Wenn der Vermieter die Bürgschaft in Anspruch nimmt, müssen Sie den Betrag an den Versicherer erstatten.

Für wen lohnt sie sich?

  • Umzug mit knappem Budget: Wenn die Barkaution Ihre Liquidität belastet
  • Mehrere Mietverhältnisse: Studierende, Pendler mit Zweitwohnung oder Berufstätige mit häufigen Umzügen
  • Übergangszeit: Wenn die alte Kaution noch nicht zurückgezahlt ist und die neue Wohnung bereits eine Kaution erfordert. Unser Ratgeber Versicherungen bei Umzug zeigt, was Sie beim Wohnungswechsel beachten sollten
  • Als Ergänzung: Manche Vermieter akzeptieren eine Kombination aus Teilkaution und Bürgschaft

Worauf sollten Sie achten?

  • Akzeptanz durch den Vermieter: Nicht jeder Vermieter akzeptiert eine Bürgschaft statt Barkaution. Klären Sie das vor Vertragsabschluss.
  • Jährliche Kosten: Die Beiträge liegen zwischen 3 und 5 Prozent der Kautionssumme pro Jahr. Bei 3.000 Euro Kaution sind das 90 bis 150 Euro jährlich.
  • Laufzeit: Prüfen Sie Kündigungsfristen und ob die Police automatisch endet, wenn das Mietverhältnis endet.
  • Selbstschuldnerische Bürgschaft: Vermieter bevorzugen diese Variante, da sie den Zugriff ohne Umwege ermöglicht. Achten Sie darauf, dass der Tarif dies bietet.

Wer akzeptiert eine Kautionsbürgschaft?

Die Akzeptanz von Kautionsbürgschaften hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Große Wohnungsgesellschaften und professionelle Vermieter akzeptieren sie in der Regel problemlos. Private Vermieter sind teils skeptischer — hier hilft es, die Funktionsweise kurz zu erklären. Der Vermieter hat keinerlei Nachteil: Die selbstschuldnerische Bürgschaft gewährt ihm denselben sofortigen Zugriff wie eine Barkaution, ohne dass er ein Kautionskonto führen muss.

Kostenvergleich

Bei einer Kaltmiete von 1.000 Euro und drei Monatsmieten Kaution:

  • Barkaution: 3.000 Euro einmalig hinterlegt, gebunden bis Auszug (plus Zinserträge bei Rückgabe)
  • Mietkautionsversicherung: ca. 120 Euro jährlich, Kapital bleibt frei

Ab einer Mietdauer von etwa 5 bis 7 Jahren übersteigen die kumulierten Beiträge den Betrag der Barkaution. Für kürzere Mietverhältnisse, bei Liquiditätsengpässen oder wenn Sie das Kapital anderweitig renditestärker anlegen möchten, ist die Versicherungslösung häufig die bessere Wahl.

Alternativen zur Mietkautionsversicherung

  • Kautionssparbuch: Das klassische Modell — Sie hinterlegen die Kaution auf einem separaten Sparkonto. Sicher, aber das Geld ist gebunden und verzinst sich kaum.
  • Kautionsdepot: Statt Sparbuch können Sie die Kaution in ein Wertpapierdepot einzahlen. Höheres Renditepotenzial, aber auch Kursrisiken. Nicht alle Vermieter akzeptieren diese Variante.
  • Elternbürgschaft: Gerade bei jungen Mietern bürgen häufig die Eltern. Das ist kostenlos, belastet aber die Eltern finanziell.
  • Kombination: Manche Vermieter akzeptieren einen Teil als Barkaution und den Rest als Bürgschaft. Das kann die ideale Lösung sein, wenn die volle Barkaution zu belastend wäre.

Wann lohnt sich welche Variante?

SituationEmpfehlung
Umzug mit knappem Budget, kurze MietdauerMietkautionsversicherung
Langfristiges Mietverhältnis, Liquidität vorhandenBarkaution oder Kautionssparbuch
Zweitwohnung, PendlerMietkautionsversicherung
Student, erste eigene WohnungElternbürgschaft oder Mietkautionsversicherung
Kaution > 3.000 EuroKombination aus Teil-Barkaution und Bürgschaft

Häufig gestellte Fragen

Muss der Vermieter eine Kautionsbürgschaft akzeptieren?

Nein. Vermieter sind nicht verpflichtet, eine Kautionsbürgschaft anstelle einer Barkaution zu akzeptieren. Klären Sie die Akzeptanz vor Vertragsabschluss. Große Wohnungsgesellschaften und professionelle Vermieter akzeptieren Bürgschaften in der Regel problemlos. Bei privaten Vermietern kann es helfen, die Funktionsweise und den gleichwertigen Schutz kurz zu erläutern.

Was passiert, wenn der Vermieter die Bürgschaft in Anspruch nimmt?

Wenn der Vermieter berechtigte Ansprüche geltend macht — etwa wegen Mietrückständen oder Schäden an der Wohnung — zahlt der Versicherer den Betrag an den Vermieter aus. Anschließend nimmt der Versicherer Regress bei Ihnen: Sie müssen den ausgezahlten Betrag vollständig an den Versicherer zurückzahlen. Bei Streit über die Berechtigung der Forderung kann eine Rechtsschutzversicherung helfen. Eine Mietkautionsversicherung ist eine Bürgschaft, keine Versicherungsleistung im klassischen Sinne.

Ab welcher Mietdauer ist die Barkaution günstiger?

Bei einer Mietdauer von etwa fünf bis sieben Jahren übersteigen die kumulierten jährlichen Beiträge der Mietkautionsversicherung den Betrag der einmaligen Barkaution. Für kürzere Mietverhältnisse, bei Liquiditätsengpässen oder wenn Sie das Kapital anderweitig renditestärker anlegen können, ist die Versicherungslösung häufig die bessere Wahl.

Brauche ich eine bestimmte Bonität für die Mietkautionsversicherung?

Ja. Die Mietkautionsversicherung ist bonitätsabhängig. Bei einer negativen Schufa-Auskunft oder mangelhafter Bonität kann der Antrag abgelehnt werden. In diesem Fall bleibt als Alternative die klassische Barkaution, ein Kautionssparbuch oder eine Elternbürgschaft.

Häufige Fehler bei der Mietkautionsversicherung

  • Bürgschaft als Geschenk betrachten: Wenn der Vermieter die Bürgschaft in Anspruch nimmt, müssen Sie den Betrag vollständig an den Versicherer zurückzahlen. Es handelt sich um eine Bürgschaft, nicht um eine Versicherungsleistung.
  • Vermieter nicht vorab fragen: Manche Vermieter akzeptieren ausschließlich Barkautionen. Klären Sie die Akzeptanz vor dem Abschluss, um unnötige Kosten zu vermeiden.
  • Langfristige Kosten unterschätzen: Bei einer Mietdauer von mehr als 6 bis 7 Jahren übersteigen die kumulierten Beiträge die Barkaution. Planen Sie langfristig.
  • Altvertrag nicht kündigen: Wenn Sie umziehen und die Bürgschaft für die alte Wohnung nicht mehr benötigen, kündigen Sie den Vertrag rechtzeitig. Die Beiträge laufen sonst weiter.
  • Bonität nicht berücksichtigen: Die Mietkautionsversicherung ist bonitätsabhängig. Bei negativer Schufa-Auskunft kann der Antrag abgelehnt werden.

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