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Versicherungen im Ruhestand: Was Rentner wirklich brauchen

Aktualisiert: 18. März 2026 14 Min. Lesezeit Von Thorsten Schreier

Allgemeine Information — keine individuelle Beratung, keine Gewähr.

Auf einen Blick: Mit dem Renteneintritt fallen BU und Risikoleben weg, dafür werden Unfallversicherung (70 % der Unfälle bei Senioren passieren zu Hause), Pflegezusatz (Pflegelücke: 1.500 bis 2.500 Euro/Monat) und Auslandsreise-KV wichtiger. Ein bewusster Versicherungscheck zum Renteneintritt spart 100 bis 300 Euro monatlich — bei gleichem oder besserem Schutz.

Der Übergang in den Ruhestand verändert Ihren Versicherungsbedarf

Mit dem Ende des Berufslebens fallen bestimmte Risiken weg, andere gewinnen an Bedeutung. Das Einkommen sinkt, die Gesundheitskosten steigen, und manche Versicherung, die jahrzehntelang wichtig war, wird überflüssig. Gleichzeitig gibt es Absicherungen, die im Alter deutlich relevanter werden als während der Berufstätigkeit.

Ein bewusster Versicherungscheck zum Renteneintritt kann mehrere Hundert Euro pro Jahr sparen — ohne den Schutz zu verschlechtern. Umgekehrt kann das Versäumnis, bestimmte Verträge anzupassen, im Ernstfall teuer werden.

Diese Versicherungen müssen bleiben

Privathaftpflichtversicherung

Die Privathaftpflicht bleibt die wichtigste Versicherung Ihres Lebens — auch im Ruhestand. Wer Dritten einen Schaden zufügt, haftet mit seinem gesamten Vermögen. Daran ändert sich mit der Rente nichts. Im Gegenteil: Im Alter steigt das Risiko bestimmter Haftungsfälle, etwa Stürze, bei denen andere Personen verletzt werden, oder Schäden durch den Hund.

Prüfen Sie aber den Tarif: Wenn die Kinder ausgezogen sind und Sie keinen Partner mehr mitversichern müssen, reicht oft ein günstigerer Single-Tarif.

Krankenversicherung

An der Krankenversicherung ändert sich formal wenig: GKV-Versicherte bleiben in der Krankenversicherung der Rentner (KVdR), PKV-Versicherte bleiben in der PKV. Die Beiträge verändern sich aber.

GKV: Der Beitrag wird auf Ihre Rente erhoben. Der Rentenversicherungsträger übernimmt die Hälfte — ähnlich wie vorher der Arbeitgeber. Auf Betriebsrenten und Versorgungsbezüge zahlen Sie den vollen Beitragssatz. Seit 2020 gilt ein Freibetrag von 176,75 Euro monatlich, auf den keine Beiträge erhoben werden.

PKV: Der Beitrag bleibt einkommensunabhängig und steigt tendenziell mit dem Alter. Der Zuschuss der Rentenversicherung zur PKV ist auf den halben GKV-Höchstbeitrag begrenzt. Prüfen Sie, ob ein Tarifwechsel innerhalb Ihrer PKV-Gesellschaft möglich ist (Recht nach § 204 VVG) — oft gibt es günstigere Tarife mit vergleichbaren Leistungen.

Wohngebäudeversicherung

Wenn Sie Wohneigentum besitzen, bleibt die Wohngebäudeversicherung unverzichtbar. Ein Brand, ein Sturm oder ein Leitungswasserschaden kann Ihr Haus unbewohnbar machen — und das Risiko steigt nicht mit dem Alter, es bleibt konstant. Prüfen Sie, ob der Elementarschutz eingeschlossen ist.

Hausratversicherung

Auch im Ruhestand haben Sie Möbel, Elektronik, Kleidung und persönliche Gegenstände. Die Hausratversicherung schützt vor Einbruch, Feuer, Leitungswasser und Sturm. Passen Sie aber die Versicherungssumme an: Wenn die Kinder ausgezogen sind und Sie in eine kleinere Wohnung ziehen, sinkt der Wert Ihres Hausrats.

Diese Versicherungen werden wichtiger

Unfallversicherung

Im Berufsleben schützt die gesetzliche Unfallversicherung bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten. Mit dem Renteneintritt endet dieser Schutz. Gleichzeitig steigt das Unfallrisiko: Rund 70 % aller Unfälle bei Personen über 65 passieren im häuslichen Umfeld — Stürze, Ausrutschen, Unfälle bei der Gartenarbeit.

Eine private Unfallversicherung mit Schwerpunkt auf Invaliditätsleistung und Unfallrente ist für Rentner sinnvoller als für jüngere Menschen. Achten Sie auf Tarife, die keine Leistungskürzung im Alter vorsehen (sogenannte Gliedertaxe ohne Altersabzug).

Auslandsreise-Krankenversicherung

Im Ruhestand haben Sie Zeit zu reisen. Die gesetzliche Krankenversicherung zahlt im EU-Ausland nur nach den Regeln des Gastlandes — und außerhalb Europas in der Regel gar nichts. Ein Rücktransport nach Deutschland wird weder von der GKV noch von der PKV übernommen und kann fünfstellige Kosten verursachen.

Eine Auslandsreise-Krankenversicherung kostet für Senioren etwa 15 bis 40 Euro pro Jahr und deckt ambulante und stationäre Behandlung sowie den Krankenrücktransport ab. Bei längeren Auslandsaufenthalten (über 6 bis 8 Wochen) brauchen Sie eine Langzeit-Auslandsversicherung.

Pflegezusatzversicherung

Das Risiko, pflegebedürftig zu werden, steigt mit dem Alter deutlich an. Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt nur einen Teil der tatsächlichen Pflegekosten ab. Die Differenz — die sogenannte Pflegelücke — beträgt bei stationärer Pflege je nach Bundesland zwischen 1.500 und 2.500 Euro monatlich.

Ideal wäre ein Abschluss der Pflegezusatzversicherung bereits mit 50 oder 55. Wer erst mit 67 abschließt, zahlt deutlich höhere Beiträge oder erhält eingeschränkte Leistungen. Trotzdem ist ein später Abschluss besser als gar kein Schutz. Prüfen Sie Pflegetagegeld-Tarife, die unabhängig von den tatsächlichen Kosten eine feste Tagesleistung zahlen.

Sterbegeldversicherung

Bestattungskosten liegen in Deutschland bei 5.000 bis 10.000 Euro. Wenn Sie Ihren Angehörigen diese finanzielle Belastung ersparen möchten und kein separates Sparkonto dafür vorhalten, kann eine Sterbegeldversicherung sinnvoll sein. Sie zahlt eine vereinbarte Summe im Todesfall, unabhängig von der Todesursache. Die Beiträge sind im Alter allerdings spürbar — prüfen Sie, ob ein zweckgebundenes Sparkonto nicht die günstigere Alternative ist.

Diese Versicherungen können meist weg

Berufsunfähigkeitsversicherung

Die BU endet in der Regel mit dem vereinbarten Endalter (meist 67) oder dem tatsächlichen Renteneintritt. Ein Fortführen ist weder möglich noch nötig: Das Risiko, das die BU absichert — nämlich den Einkommensverlust durch Berufsunfähigkeit — besteht im Ruhestand nicht mehr.

Risikolebensversicherung

Die Risikoleben schützt Hinterbliebene vor dem Einkommensverlust durch den Tod des Versicherten. Wenn die Kinder wirtschaftlich selbständig sind, das Haus abbezahlt ist und der Partner eigene Rentenansprüche hat, entfällt der Absicherungsbedarf. Die Risikoleben kann dann gekündigt werden.

Ausnahme: Wenn noch eine Restschuld auf der Immobilie liegt oder der Partner finanziell abhängig ist, sollte die Risikoleben bis zum Ende der Verpflichtung weiterlaufen.

Kfz-Versicherung anpassen

Wenn Sie weniger fahren als während der Berufstätigkeit, sinkt Ihre jährliche Fahrleistung. Melden Sie das Ihrem Versicherer — die Prämie kann deutlich sinken. Prüfen Sie außerdem, ob Sie die Vollkasko noch brauchen. Bei einem älteren Fahrzeug mit niedrigem Restwert reicht oft die Teilkasko.

Rechtsschutzversicherung: Anpassen, nicht kündigen

Die Rechtsschutzversicherung bleibt auch im Ruhestand nützlich — aber der Umfang ändert sich. Den Berufsrechtsschutz brauchen Sie nicht mehr. Privat- und Verkehrsrechtsschutz bleiben relevant. Viele Versicherer bieten spezielle Senioren-Tarife ohne Berufsrechtsschutz zu günstigeren Konditionen an.

Besonders wichtig im Alter: Mietrechtsschutz (falls Sie zur Miete wohnen) und Sozialrechtsschutz. Streitigkeiten mit Pflegekassen, Rentenversicherungsträgern oder Behörden sind im Alter nicht selten.

Ihre Checkliste für den Ruhestand

VersicherungEmpfehlung
PrivathaftpflichtBehalten, Tarif anpassen
KrankenversicherungBehalten, Tarifwechsel prüfen
WohngebäudeBehalten, Elementarschutz prüfen
HausratBehalten, Summe anpassen
UnfallversicherungNeu abschließen oder anpassen
Auslandsreise-KVAbschließen
PflegezusatzAbschließen, falls nicht vorhanden
RechtsschutzAnpassen (Berufsrechtsschutz streichen)
Kfz-VersicherungFahrleistung und Kasko anpassen
BU-VersicherungEndet automatisch, kündigen
RisikolebenKündigen, wenn Bedarf entfällt

Kostenbeispiele: Was Versicherungen im Ruhestand kosten

Die Beiträge im Ruhestand unterscheiden sich deutlich von denen während der Erwerbsphase. Die folgende Tabelle gibt eine Orientierung über typische Monatsbeiträge für Rentner (Stand 2026). Die tatsächlichen Kosten hängen von Ihrem Gesundheitszustand, Ihrem Alter bei Vertragsabschluss und dem gewählten Tarif ab.

VersicherungMonatsbeitrag (Rentner, ca. 67 Jahre)Leistungsumfang
Privathaftpflicht (Single-Tarif)ca. 4–7 EuroPersonenschäden bis 10 Mio. Euro, Sachschäden bis 10 Mio. Euro
Hausratversicherung (60 m² Wohnung)ca. 8–15 EuroEinbruch, Feuer, Leitungswasser, Sturm
Private Unfallversicherung (100.000 € Grundsumme)ca. 18–35 EuroInvaliditätsleistung, Unfallrente, Knochenbruch
Auslandsreise-KV (Jahrespolice)ca. 2–4 EuroAmbulant, stationär, Rücktransport
Pflegetagegeld (1.500 €/Monat bei PG 5)ca. 85–140 EuroTagesleistung je Pflegegrad, unabhängig von tatsächlichen Kosten
Sterbegeldversicherung (8.000 €)ca. 30–50 EuroEinmalzahlung im Todesfall, keine Gesundheitsprüfung bei Wartezeit
Rechtsschutz (Privat + Verkehr, ohne Beruf)ca. 18–28 EuroPrivatrechtsschutz, Verkehrsrechtsschutz, Miet-/Sozialrechtsschutz
Wohngebäudeversicherung (EFH, 120 m²)ca. 25–50 EuroFeuer, Sturm, Hagel, Leitungswasser, ggf. Elementar

Wichtig: Ein bewusster Versicherungscheck beim Renteneintritt kann die Gesamtkosten um 100 bis 300 Euro monatlich senken — allein durch Tarifanpassungen, den Wegfall nicht mehr benötigter Verträge und den Wechsel von Familien- auf Single- oder Paartarife. Die Einsparungen kommen nicht durch Verzicht auf Schutz, sondern durch die Anpassung an die veränderte Lebenssituation.

Schadenszenarien: Was im Ernstfall passiert

Sturz im Haushalt — ohne Unfallversicherung

Herr Kramer, 72, rutscht beim Putzen der Treppe aus und bricht sich den Oberschenkelhals. Die Operation verläuft planmäßig, aber die Rehabilitation dauert drei Monate. Eine dauerhafte Gehbehinderung bleibt zurück. Sein Haus muss umgebaut werden: ebenerdige Dusche, Treppengeländer, erhöhte Toilette. Die Kosten für die Umbauten und die Reha-Zuzahlungen belaufen sich auf rund 28.000 Euro. Da die gesetzliche Unfallversicherung nach dem Renteneintritt nicht mehr greift und Herr Kramer keine private Unfallversicherung hat, trägt er die gesamten Kosten selbst.

Mit Unfallversicherung: Bei einer Grundsumme von 100.000 Euro und einer festgestellten Invalidität von 35 Prozent hätte Herr Kramer eine Einmalzahlung von 35.000 Euro erhalten — mehr als genug für alle Umbaumaßnahmen und einen finanziellen Puffer für Folgekosten.

Pflegebedürftigkeit nach Schlaganfall — ohne Pflegezusatzversicherung

Frau Engel, 74, erleidet einen schweren Schlaganfall und erhält Pflegegrad 4. Eine häusliche Pflege ist nicht mehr ausreichend leistbar, sodass ein Pflegeheimplatz nötig wird. Die monatlichen Gesamtkosten betragen 4.600 Euro. Die gesetzliche Pflegeversicherung zahlt 1.855 Euro. Die Pflegelücke beträgt 2.745 Euro monatlich. Die Rente von Frau Engel liegt bei 1.350 Euro. Ihr Mann muss seine Ersparnisse einsetzen — nach eineinhalb Jahren sind 50.000 Euro aufgebraucht, der Gang zum Sozialamt wird unvermeidlich.

Mit Pflegezusatzversicherung: Ein Pflegetagegeld von 2.000 Euro monatlich bei Pflegegrad 4 hätte die Lücke nahezu geschlossen. Die Familie hätte ihre Ersparnisse behalten und die Pflege ohne Sozialhilfe finanzieren können.

Herzinfarkt auf Mallorca — ohne Auslandsreise-Krankenversicherung

Herr und Frau Vogel, beide 69, verbringen den Winter auf Mallorca. Herr Vogel erleidet beim Spaziergang einen Herzinfarkt und wird in ein Privatkrankenhaus eingeliefert. Nach einer Woche Intensivstation und einer Stent-OP steht der Krankenrücktransport per Ambulanzflug an. Die Gesamtkosten betragen 52.000 Euro — die GKV erstattet nach den spanischen Sätzen lediglich rund 6.500 Euro. Der Ambulanzflug in Höhe von 38.000 Euro wird weder von der GKV noch von der PKV übernommen. Die Familie bleibt auf über 45.000 Euro sitzen.

Mit Auslandsreise-Krankenversicherung: Eine Jahrespolice für etwa 25 Euro hätte sämtliche Kosten einschließlich Rücktransport übernommen. Das Verhältnis von Beitrag zu potenziellem Schaden macht diese Versicherung zur günstigsten Absicherung überhaupt.

Wasserschaden durch vergessenen Gartenschlauch — ohne Haftpflicht

Herr Fischer, 70, vergisst nach dem Gießen, den Gartenschlauch am Außenwasserhahn abzudrehen. Über Nacht läuft Wasser in den Keller der Nachbarn und beschädigt dort den Heizungsraum, die Elektrik und eingelagerte Möbel. Der Gesamtschaden am Nachbarhaus beträgt 18.500 Euro. Ohne Privathaftpflichtversicherung müsste Herr Fischer den vollen Betrag aus seinem Vermögen begleichen.

Mit Privathaftpflicht: Die Versicherung hätte den Schaden vollständig reguliert — bei einem Jahresbeitrag von unter 80 Euro.

Häufige Fehler beim Versicherungscheck im Ruhestand

  • Privathaftpflicht kündigen, um zu sparen: Manche Rentner kündigen die Haftpflicht, weil sie „jetzt ja weniger unterwegs” seien. Das ist der teuerste Fehler überhaupt. Die Privathaftpflicht kostet wenige Euro im Monat und schützt vor Schäden in unbegrenzter Höhe. Sie ist in jeder Lebensphase unverzichtbar — gerade im Alter, wenn Stürze häufiger werden und die Folgen für Dritte schwerer wiegen.

  • Versicherungen kündigen, bevor der neue Schutz steht: Wer die alte Unfallversicherung kündigt, bevor der neue Tarif greift, hat für den Zeitraum dazwischen keinen Schutz. Kündigen Sie immer erst, wenn der neue Vertrag bestätigt ist und die Deckung lückenlos beginnt.

  • Pflegezusatzversicherung für überflüssig halten: „Das zahlt doch die Kasse.” Diese Annahme ist falsch. Die gesetzliche Pflegeversicherung ist eine Teilleistungsversicherung — sie deckt bei stationärer Pflege oft weniger als die Hälfte der tatsächlichen Kosten. Die Pflegelücke beträgt im Schnitt über 2.000 Euro monatlich und muss aus eigener Tasche oder durch Sozialhilfe gedeckt werden.

  • Kfz-Versicherung nicht an die reduzierte Fahrleistung anpassen: Viele Rentner fahren deutlich weniger als während der Berufstätigkeit — oft nur noch 6.000 bis 8.000 Kilometer statt 15.000 oder mehr. Die reduzierte Fahrleistung dem Versicherer zu melden, senkt die Prämie spürbar. Ebenso sollten Sie prüfen, ob bei einem älteren Fahrzeug mit geringem Restwert die Vollkasko noch wirtschaftlich sinnvoll ist.

  • Bestehende Verträge nie vergleichen: Viele Rentner behalten jahrzehntealte Verträge mit veralteten Bedingungen und überhöhten Prämien. Ein Tarifvergleich — auch innerhalb derselben Gesellschaft — bringt oft bessere Leistungen zu niedrigeren Kosten. Das gilt besonders für Hausrat, Wohngebäude und Rechtsschutz.

Häufig gestellte Fragen

Brauche ich im Ruhestand noch eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Nein. Die BU-Versicherung endet in der Regel automatisch mit dem vereinbarten Endalter — meist 67 Jahre oder dem tatsächlichen Renteneintritt. Da die BU den Einkommensverlust durch Berufsunfähigkeit absichert und Sie im Ruhestand kein Erwerbseinkommen mehr erzielen, entfällt der Versicherungszweck. Prüfen Sie Ihren Vertrag: Bei manchen Tarifen müssen Sie die Beendigung aktiv erklären, bei anderen endet der Vertrag automatisch.

Lohnt sich der Abschluss einer Pflegezusatzversicherung noch mit 67?

Grundsätzlich ja, aber die Beiträge sind spürbar höher als bei einem Abschluss mit 50 oder 55 Jahren. Entscheidend ist die Gesundheitsprüfung: Wer bereits Vorerkrankungen hat, erhält möglicherweise Ausschlüsse oder wird abgelehnt. Ein Pflegetagegeld mit reduzierter Leistung ist dennoch besser als gar kein Schutz. Rechnen Sie: Bei einer durchschnittlichen Pflegelücke von 2.500 Euro monatlich und einer Pflegedauer von drei bis vier Jahren stehen 90.000 bis 120.000 Euro auf dem Spiel. Selbst ein Beitrag von 100 Euro monatlich kann sich im Ernstfall vielfach auszahlen.

Sollte ich als Rentner die Rechtsschutzversicherung behalten?

Ja, aber in angepasster Form. Den Berufsrechtsschutz brauchen Sie nicht mehr — streichen Sie diesen Baustein, um den Beitrag zu senken. Privat- und Verkehrsrechtsschutz bleiben sinnvoll. Besonders wichtig im Alter sind Mietrechtsschutz (falls Sie zur Miete wohnen) und Sozialrechtsschutz, da Streitigkeiten mit Pflegekassen, Rentenversicherungsträgern und Behörden im Ruhestand häufiger vorkommen als erwartet.

Was passiert mit meiner Krankenversicherung beim Übergang in die Rente?

GKV-Versicherte wechseln in die Krankenversicherung der Rentner (KVdR). Der Beitrag wird auf die gesetzliche Rente erhoben, wobei der Rentenversicherungsträger die Hälfte übernimmt — ähnlich dem Arbeitgeberanteil. Auf Betriebsrenten und Versorgungsbezüge zahlen Sie allerdings den vollen Beitragssatz. PKV-Versicherte bleiben in der PKV. Der Zuschuss der Rentenversicherung zur PKV ist auf den halben GKV-Höchstbeitrag begrenzt (2026: ca. 421 Euro monatlich). Prüfen Sie unbedingt den Tarifwechsel nach § 204 VVG — er kann den PKV-Beitrag um 30 bis 50 Prozent senken, ohne dass Sie wesentliche Leistungen verlieren.

Ist eine Sterbegeldversicherung sinnvoller als ein Sparkonto?

Das hängt von Ihrer Disziplin und Ihrer finanziellen Situation ab. Eine Sterbegeldversicherung garantiert die Auszahlung im Todesfall, unabhängig davon, wie lange Sie leben. Ein zweckgebundenes Sparkonto bietet jedoch mehr Flexibilität und keine laufenden Beiträge. Wenn Sie bereits 5.000 bis 10.000 Euro für Bestattungskosten zurückgelegt haben und das Geld nicht antasten, ist das Sparkonto die günstigere Lösung. Wenn Sie befürchten, dass die Ersparnisse im Pflegefall aufgebraucht werden könnten, bietet die Sterbegeldversicherung mehr Sicherheit — allerdings zu höheren Kosten als bei einem früheren Abschluss.

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